Mehr „Köpfe“ – mehr Demokratie. Das Diskussionsforum
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Hans Kelsen
Einer der bedeutendsten Rechtswissenschaftler, Demokratietheoretiker und Kämpfer einer offenen Gesellschaft im 20. Jahrh. Erfinder des Verfassungsgerichts, Gegner und Widerleger Carl Schmidts. Rationalisierung des Rechts und der Macht. - Peinlich das Kelsen hier fehlt.
Josef Felder
Josef Felder war Augsburger Politiker und Journalist. Er wurde 1900 in Augsburg geboren, trat 1918 in die SPD ein, war 1924-1933 für die SPD im Augsburger Stadtrat und Redakteur für die "Schwäbische Volkszeitung". Ab 1932 war Felder außerdemAbgeordneter im Berliner Reichstag und einer der 94 Sozialdemokraten, die gegen das "Ermächtigungsgesetz". Daraufhin flüchtete er aus Deutschland, kehrte dann aber zurück und war von 1934-1936 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Felder war vom 15. Oktober 1957 bis 19. Oktober 1969 Abgeordneter der SPD im Deuttschen Bundestag und war der letzte lebende Reichstagsabgeordnete aus der Zeit der Weimarer Republik und der einzige von ihnen, der am 4. Oktober 1990 der ersten Sitzung des gesamtdeutschen Bundestages im Reichstagsgebäude in Berlin als Ehrengast beiwohnte. Wir, das P-Seminar "100 Köpfe der Demokratie" haben uns für Josef Felder als Vorschlag entschieden, weil uns sein Leben und Wirken als Demokrat beispielhaft erscheinen.
Mieczysław „Mietek“ Pemper
Mieczysław „Mietek“ Pemper (1920-2011) war Häftling im Konzentrationslager Plaszow (Polen) und maßgeblich Mitwirkender an "Schindlers Liste", die ungefähr 1100 jüdischen Zwangsarbeitern das Leben rettete. Nach Kriegsende zog er nach Augsburg und engagierte sich nach der Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte für Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" für die deutsch-jüdische Versöhnung z.B. durch Vorträge und in Schulklassen. Seine Bemühungen um die Aussöhnung machten Herrn Pemper Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse und der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold. Er ist Ehrenbürger der Stadt Augsburg und die Stadt hat eine Straße nach ihm benannt. Wir, das P-Seminar "100 Köpfe der Demokratie", haben uns für Mietek Pemper als Vorschlag entschieden, weil uns nicht nur seine Handlungen während der NS-Zeit, sondern vor allem seine Bemühungen um Versöhnung und Völkerverständigung beispielhaft erscheinen.
Greta Wehner
Greta Wehner, 1924-2017, Arbeiterkind, Widerstand, Geflüchtete, Parktante, Säuglingsschwester, Sozialarbeiterin, Helferin, Ehefrau, Pflegerin, Stifterin. Von Hamburg und Flensburg über Schweden, wieder nach Hamburg, Moers und Offenbach, dann Jahrzehnte in Bonn, schließlich über zwanzig Jahre in Dresden. Hilfe und Tätigkeit für Herbert Wehner, politischer Auftritt im Alter und pflegepolitisches Engagement. Ein besonderes Frauenleben im 20. und 21. Jahrhundert. Schon in den 70er Jahren unermüdlicher Einsatz für Menschen, die in Notsituationen die DDR verlassen wollten. Bemerkenswerte Konstanz im Engagement für die Demokratie und für andere Menschen. Eine Frau, die in positiver Weise für all diejenigen steht, die nach 1990 vom Westen in den Osten gegangen sind, um dort zu helfen, die Demokratie aufzubauen und die Menschen im ehemals geteilten Deutschland zusammenzubringen. Näheres zu ihr in der vom Vorschlagenden verfassten Biografie „Greta Wehner. Eine Frau tritt aus dem Schatten“, München 2024 (LMV-Verlag)
Ich halte von Louise Aston, ihrem überaus kritischen Werk, ihrer klaren Haltung und ihrem ehrlichen, konsequenten Leben sehr viel. Ich halte allerdings von solch verkürzenden und damit das Leben verfälschenden Darstellungen, wie sie hier - nicht nur bei Louise Aston -gemacht werden, garnichts. Louise Aston wurde 57 Jahre alt und ihr Leben wird hier auf die ersten 27 Jahre beschränkt. Wer sie wirklich kennen lernen will, muss sich mit ihrer über 20-jährigen Ehe mit Daniel Maier, mit deren gemeinsamer Arbeit in Kriegs- und Krisengebieten Schleswig-Holsteins (wo sie sich kennen lernen) in Odessa und Charkiw, während und nach dem Krimkrieg auseinandersetzen. Und eine Debatte mit Beiträgen à 1000 Zeichen zu führen und eine dämliche Pro- / Kontra-Abstimmung (über was genau?) hat mit meinem Demokratieverständnis nichts zu tun.
Erich Mühsam
Mühsam hat sein gesamtes Leben vorUnterdrückung und Einschränkung der Menschenrechte gekämpft. Vor den Nazis hat er früh gewarnt und wurde deshalb als einer der Ersten 1934 im KZ Oranienburg ermordet . Ein Mensch mit ungeheurem Mut und Standhaftigkeit um die Demokratie zu schützen.
Mathilde(a) Hitzfeld
Im 19. Jahrhundert bestimmten die Männer - die Frauen hatten kein Stimm- und Wahlrecht. Mathilde Hitzfeld, "eine Ikone der pfälzischen Revolution", aus Kirchheimbolanden lebte bis zu Ihrem Tod den freiheitlichen demokratischen Traum. Die "wohlbekannte Freischärlerin Demoiselle Hitzfeld" war eine außergewöhnliche Rednerin und dies in einer Zeit als Männer das Sagen hatten. Bei der Fahnenweihe der "Donnersberger Freischar 1848" hatte sie eine flammende Rede gehalten, die durch Kraft, Weiblichkeit, Kühnheit und leidenschaftliche Eindringlichkeit geprägt war. Mit demokratischem Gruß aus Kirchheimbolanden Sören Dall
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