Hermann Louis Brill Hermann Brills Leben war geprägt durch das rigorose Streben nach einer demokratischen Verfassung sowie einer politischen wie gesellschaftlichen Ordnung, die die Freiheit und Gleichheit des Einzelnen sichern sollte. Nach seinem jahrzehntelangen Einsatz als Parlamentarier der Weimarer Republik und seinem frühen politischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten wurde er zudem zu einem der herausragendsten Kräfte sozialdemokratischer Neugestaltung nach 1945. Robert Havemann Robert Havemann war eine der Schlüsselfiguren der DDR-Oppositionsbewegung. Obwohl er bereits vor dem Mauerfall verstarb, wirkte er als Vordenker, Netzwerker und Multiplikator unterschiedlicher Oppositionskreise bis in die Friedliche Revolution hinein. Sein Wandel vom Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)-Unterstützer zum Kritiker spielte dabei ebenso eine Rolle wie sein langjähriger Hausarrest. Achim Beyer Das Schicksal Achim Beyers steht stellvertretend für die Härte, mit der die frühe DDR auf Protest, gerade auch aus jugendlichen Kreisen, reagierte. Zusammen mit 18 Mitschülerinnen und Mitschülern aus Werdau wurde er 1951 für Flugblattverteilungen zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung und Flucht in den Westen setzte sich Beyer daher immer wieder für die Aufklärungsarbeit zur DDR und die politische Bildung ein. Elfriede Kaiser-Nebgen und Jakob Kaiser Nach 1945 repräsentierte das Ehepaar Kaiser(-Nebgen) christlich-soziale Gewerkschaftstraditionen der Weimarer Republik ebenso wie den gewerkschaftlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Sowohl in Ost- wie anschließend in Westdeutschland unterstützten sie den demokratischen Wiederaufbau mit einer gesamtdeutschen Perspektive. Das Prinzip ganzheitlicher Politik vertraten sie auch mit Ideen überkonfessioneller und überparteilicher Zusammenarbeit in den Gewerkschaften. Wolfgang Ullmann Auf vielfältige Weise begleitete der Theologe Wolfgang Ullmann die 'Friedliche Revolution' und die deutsche Wiedervereinigung. Nicht nur als DDR-Bürgerrechtler, sondern im Anschluss auch als Politiker der Grünen nahm er Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung des vereinten Deutschlands. Arno Esch Der Rostocker Student Arno Esch bemühte sich in der Sowjetischen Besatzungszone um den Aufbau einer pluralistischen Parteilandschaft und die Durchsetzung liberaler Grundrechte. Für sein politisches Engagement wurde er 1949 verhaftet und 1950 von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt. Ludwig Mehlhorn Wie kaum ein anderer Bürgerrechtler der DDR erkannte Ludwig Mehlhorn früh die grenzüberschreitenden Bezüge der gemeinsamen Opposition und befürwortete eine gesamteuropäische, gemeinschaftliche Politik der Verständigung. Er hielt wichtige Kontakte zu polnischen und tschechischen Oppositionsbewegungen, schrieb zu Menschenrechtsverletzungen und beteiligte sich maßgeblich an den Bürgerrechtsbewegungen der Friedlichen Revolution 1989. Alfred Kantorowicz Alfred Kantorowicz‘ Eintreten für publizistische Freiheit und den deutschen Dialog über die Grenzen hinweg war ein entscheidender Beitrag, dass die Idee einer nationalen Einheit in der Frühphase der beiden deutschen Länder nicht in Vergessenheit geriet. Gleichzeitig kam er weder im Osten noch im Westen politisch an und blieb in vielen Phasen seines Lebens ein Einzelkämpfer. Katharina von Kardorff-Oheimb Einst als "Zierde des Parlaments" bezeichnet, verstand es die Unternehmerin Katharina von Kardorff-Oheimb auf außergewöhnliche Weise, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Nicht nur durch ihre Tätigkeit für die Deutsche Volkspartei (DVP), sondern auch durch Fortbildungen, Publikationen und das politische Netzwerken in ihrem Berliner Salon setzte sie sich für Gleichberechtigung und gleiche Chancen in der Gesellschaft ein. Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Die ehemalige Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit war am 4. Dezember 1989 Schauplatz der ersten Besetzung einer Stasi-Zentrale durch BürgerInnen. Damit begann das Ende der DDR-Geheimpolizei. Heute erinnert die Gedenk- und Bildungsstätte an Unterdrückung, Widerstand und Demokratiebewegung in Thüringen während der DDR-Zeit. Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam Die Lindenstraße war seit dem Frühjahr 1990 das Epizentrum der Potsdamer Demokratie- und Bürgerrechtsbewegung. Von hier aus organisierten die Brandenburger BürgerrechtlerInnen die ersten demokratischen Wahlen 1990 und setzten wichtige Impulse zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Der Friedhof in Friedrichsfelde wurde am 21. Mai 1881 eröffnet und entwickelte sich seit Wilhelm Liebknechts Beisetzung 1900 zum bevorzugten Begräbnisort führender Vertreterinnen und Vertreter der Arbeiterbewegung. Eine Ausstellung informiert über die Friedhofsgeschichte und das Leben der hier Bestatteten. Stadtschützenhaus Von 1946 bis 1947 tagte der gewählte Landtag unter sowjetischer Besatzung in seinem provisorischen Domizil in der Franckestraße. Artilleriekaserne Der 1946 weitgehend demokratisch gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt tagte ab 1947 in den umgebauten Kasernen. In den Folgejahren war das Gebäude Zeuge der systematischen Untergrabung demokratischer und föderaler Strukturen. Frauenkirche Der Kirchenbau sowie der umgebende Neumarkt sind bis heute Schauplatz für Demonstrationen und Kundgebungen von Parteien und Verbänden unterschiedlichster politischer Couleur – und damit ein unverzichtbarer Ort der lokalen Demokratiegeschichte und eine Bühne zivilgesellschaftlichen Engagements, mal im fruchtbaren Dialog, mal im heftigen Streit. Schulmuseum Leipzig - Werkstatt für Schulgeschichte Das Schulmuseum Leipzig präsentiert Schul- und Bildungsgeschichte als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Veränderungen. Besucherinnen und Besucher erleben in interaktiven Ausstellungen und Workshops anschaulich, wie Schule und Bildung von der Kaiserzeit über zwei deutsche Diktaturen und die Zeit der Friedlichen Revolution 1989 bis heute geprägt wurden.
Hermann Louis Brill
Hermann Brills Leben war geprägt durch das rigorose Streben nach einer demokratischen Verfassung sowie einer politischen wie gesellschaftlichen Ordnung, die die Freiheit und Gleichheit des Einzelnen sichern sollte. Nach seinem jahrzehntelangen Einsatz als Parlamentarier der Weimarer Republik und seinem frühen politischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten wurde er zudem zu einem der herausragendsten Kräfte sozialdemokratischer Neugestaltung nach 1945.
Robert Havemann
Robert Havemann war eine der Schlüsselfiguren der DDR-Oppositionsbewegung. Obwohl er bereits vor dem Mauerfall verstarb, wirkte er als Vordenker, Netzwerker und Multiplikator unterschiedlicher Oppositionskreise bis in die Friedliche Revolution hinein. Sein Wandel vom Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)-Unterstützer zum Kritiker spielte dabei ebenso eine Rolle wie sein langjähriger Hausarrest.
Achim Beyer
Das Schicksal Achim Beyers steht stellvertretend für die Härte, mit der die frühe DDR auf Protest, gerade auch aus jugendlichen Kreisen, reagierte. Zusammen mit 18 Mitschülerinnen und Mitschülern aus Werdau wurde er 1951 für Flugblattverteilungen zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung und Flucht in den Westen setzte sich Beyer daher immer wieder für die Aufklärungsarbeit zur DDR und die politische Bildung ein.
Elfriede Kaiser-Nebgen und Jakob Kaiser
Nach 1945 repräsentierte das Ehepaar Kaiser(-Nebgen) christlich-soziale Gewerkschaftstraditionen der Weimarer Republik ebenso wie den gewerkschaftlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Sowohl in Ost- wie anschließend in Westdeutschland unterstützten sie den demokratischen Wiederaufbau mit einer gesamtdeutschen Perspektive. Das Prinzip ganzheitlicher Politik vertraten sie auch mit Ideen überkonfessioneller und überparteilicher Zusammenarbeit in den Gewerkschaften.
Wolfgang Ullmann
Auf vielfältige Weise begleitete der Theologe Wolfgang Ullmann die 'Friedliche Revolution' und die deutsche Wiedervereinigung. Nicht nur als DDR-Bürgerrechtler, sondern im Anschluss auch als Politiker der Grünen nahm er Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung des vereinten Deutschlands.
Arno Esch
Der Rostocker Student Arno Esch bemühte sich in der Sowjetischen Besatzungszone um den Aufbau einer pluralistischen Parteilandschaft und die Durchsetzung liberaler Grundrechte. Für sein politisches Engagement wurde er 1949 verhaftet und 1950 von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt.
Ludwig Mehlhorn
Wie kaum ein anderer Bürgerrechtler der DDR erkannte Ludwig Mehlhorn früh die grenzüberschreitenden Bezüge der gemeinsamen Opposition und befürwortete eine gesamteuropäische, gemeinschaftliche Politik der Verständigung. Er hielt wichtige Kontakte zu polnischen und tschechischen Oppositionsbewegungen, schrieb zu Menschenrechtsverletzungen und beteiligte sich maßgeblich an den Bürgerrechtsbewegungen der Friedlichen Revolution 1989.
Alfred Kantorowicz
Alfred Kantorowicz‘ Eintreten für publizistische Freiheit und den deutschen Dialog über die Grenzen hinweg war ein entscheidender Beitrag, dass die Idee einer nationalen Einheit in der Frühphase der beiden deutschen Länder nicht in Vergessenheit geriet. Gleichzeitig kam er weder im Osten noch im Westen politisch an und blieb in vielen Phasen seines Lebens ein Einzelkämpfer.
Katharina von Kardorff-Oheimb
Einst als "Zierde des Parlaments" bezeichnet, verstand es die Unternehmerin Katharina von Kardorff-Oheimb auf außergewöhnliche Weise, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Nicht nur durch ihre Tätigkeit für die Deutsche Volkspartei (DVP), sondern auch durch Fortbildungen, Publikationen und das politische Netzwerken in ihrem Berliner Salon setzte sie sich für Gleichberechtigung und gleiche Chancen in der Gesellschaft ein.
Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße
Die ehemalige Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit war am 4. Dezember 1989 Schauplatz der ersten Besetzung einer Stasi-Zentrale durch BürgerInnen. Damit begann das Ende der DDR-Geheimpolizei. Heute erinnert die Gedenk- und Bildungsstätte an Unterdrückung, Widerstand und Demokratiebewegung in Thüringen während der DDR-Zeit.
Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam
Die Lindenstraße war seit dem Frühjahr 1990 das Epizentrum der Potsdamer Demokratie- und Bürgerrechtsbewegung. Von hier aus organisierten die Brandenburger BürgerrechtlerInnen die ersten demokratischen Wahlen 1990 und setzten wichtige Impulse zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung
Der Friedhof in Friedrichsfelde wurde am 21. Mai 1881 eröffnet und entwickelte sich seit Wilhelm Liebknechts Beisetzung 1900 zum bevorzugten Begräbnisort führender Vertreterinnen und Vertreter der Arbeiterbewegung. Eine Ausstellung informiert über die Friedhofsgeschichte und das Leben der hier Bestatteten.
Stadtschützenhaus
Von 1946 bis 1947 tagte der gewählte Landtag unter sowjetischer Besatzung in seinem provisorischen Domizil in der Franckestraße.
Artilleriekaserne
Der 1946 weitgehend demokratisch gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt tagte ab 1947 in den umgebauten Kasernen. In den Folgejahren war das Gebäude Zeuge der systematischen Untergrabung demokratischer und föderaler Strukturen.
Frauenkirche
Der Kirchenbau sowie der umgebende Neumarkt sind bis heute Schauplatz für Demonstrationen und Kundgebungen von Parteien und Verbänden unterschiedlichster politischer Couleur – und damit ein unverzichtbarer Ort der lokalen Demokratiegeschichte und eine Bühne zivilgesellschaftlichen Engagements, mal im fruchtbaren Dialog, mal im heftigen Streit.
Schulmuseum Leipzig - Werkstatt für Schulgeschichte
Das Schulmuseum Leipzig präsentiert Schul- und Bildungsgeschichte als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Veränderungen. Besucherinnen und Besucher erleben in interaktiven Ausstellungen und Workshops anschaulich, wie Schule und Bildung von der Kaiserzeit über zwei deutsche Diktaturen und die Zeit der Friedlichen Revolution 1989 bis heute geprägt wurden.