Bärbel Bohley Als die Friedliche Revolution 1989 das Ende der DDR einläutete, wurde sie als ‚Mutter‘ dieser Revolution gefeiert: Bärbel Bohley. Die Künstlerin verkörperte für viele den Aufbruch und die Hoffnung auf politische Veränderung in der DDR. Gleichzeitig verdeutlicht ihr konstantes Eintreten für eine demokratische Gesellschaft den langen Vorlauf der Wiedervereinigung, sodass der revolutionäre Mauerfall 1989 eigentlich der symbolische Höhepunkt einer jahrzehntelangen Oppositionsbewegung war. Walter Schilling Mit seinem vielfältigen Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit schuf Walter Schilling verschiedene Räume des Austauschs und des Dialogs, die gerade Außenseitern des DDR-Systems als Anlaufpunkt dienten. Mit diesem Konzept der "Offenen Arbeit" gestaltete er langfristig zudem einen zentralen Raum verschiedener DDR-Oppositionsgruppen. Achim Beyer Das Schicksal Achim Beyers steht stellvertretend für die Härte, mit der die frühe DDR auf Protest, gerade auch aus jugendlichen Kreisen, reagierte. Zusammen mit 18 Mitschülerinnen und Mitschülern aus Werdau wurde er 1951 für Flugblattverteilungen zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung und Flucht in den Westen setzte sich Beyer daher immer wieder für die Aufklärungsarbeit zur DDR und die politische Bildung ein. Wolfgang Ullmann Auf vielfältige Weise begleitete der Theologe Wolfgang Ullmann die 'Friedliche Revolution' und die deutsche Wiedervereinigung. Nicht nur als DDR-Bürgerrechtler, sondern im Anschluss auch als Politiker der Grünen nahm er Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung des vereinten Deutschlands. Christian Führer Als Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche gilt Christian Führer als einer der Initiatoren der Leipziger Friedensgebete und damit als ein Motor der Friedlichen Revolution von 1989. Damit hatte er gewichtigen Anteil an einem friedlichen Verlauf der Massenproteste, ebenso begründete er mit den Friedensgebeten einen Ort des politisch-gesellschaftlichen Austauschs und Dialogs. Ludwig Mehlhorn Wie kaum ein anderer Bürgerrechtler der DDR erkannte Ludwig Mehlhorn früh die grenzüberschreitenden Bezüge der gemeinsamen Opposition und befürwortete eine gesamteuropäische, gemeinschaftliche Politik der Verständigung. Er hielt wichtige Kontakte zu polnischen und tschechischen Oppositionsbewegungen, schrieb zu Menschenrechtsverletzungen und beteiligte sich maßgeblich an den Bürgerrechtsbewegungen der Friedlichen Revolution 1989. Regine Hildebrandt Als "Mutter Courage des Ostens" wurde Regine Hildebrandt für ihren volksnahen und offenen Umgang als Brandenburger Ministerin für Soziales nach der Wende gefeiert. Aus der Bürgerrechtsbewegung der DDR kommend, gestaltete sie die Anfangsjahre der neuen Bundesländer entscheidend mit und setzte sich mit zupackendem Pragmatismus und unverblümter Direktheit für soziale Rechte ein. Jürgen Fuchs Der Schriftsteller Jürgen Fuchs gehörte zu den prominentesten Bürgerrechtlern der DDR. An seinem Lebensweg lässt sich exemplarisch die Enttäuschung vieler überzeugter Marxisten mit dem Realsozialismus nachverfolgen. Mit seinen verschiedenen Werken thematisierte und dokumentierte er die Verbrechen des Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)-Regimes und mobilisierte so die Bürgerrechtsbewegungen in Ost wie West. Rudolf Bahro Mit seiner Veröffentlichung "Die Alternative" (1977) kritisierte Rudolf Bahro die reale Umsetzung des Sozialismus und die aktuellen Zustände in der DDR und provozierte damit eine Diskussion in Ost- wie Westdeutschland. Bis heute gilt er aber auch als einer der umstrittensten ehemaligen DDR-Dissidenten, da er auf der Suche nach alternativen Wirtschafts- und Sozialordnungen immer wieder auch den Rahmen der Demokratie infragestellte. Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Die ehemalige Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit war am 4. Dezember 1989 Schauplatz der ersten Besetzung einer Stasi-Zentrale durch BürgerInnen. Damit begann das Ende der DDR-Geheimpolizei. Heute erinnert die Gedenk- und Bildungsstätte an Unterdrückung, Widerstand und Demokratiebewegung in Thüringen während der DDR-Zeit. Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam Die Lindenstraße war seit dem Frühjahr 1990 das Epizentrum der Potsdamer Demokratie- und Bürgerrechtsbewegung. Von hier aus organisierten die Brandenburger BürgerrechtlerInnen die ersten demokratischen Wahlen 1990 und setzten wichtige Impulse zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Brandenburger Tor Das Brandenburger Tor markierte bis 1990 die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin und damit die Grenze zwischen den Staaten des Warschauer Paktes und der NATO. Am 9. November 1989 besetzten DDR-BürgerInnen das Tor und die davor liegende Mauer, ein Meilenstein in der Friedlichen Revolution. Alexanderplatz Sowohl 1848 als auch 1989/90 wurde der Berliner Alexanderplatz Zeuge revolutionärer Ereignisse, die den gemeinsamen Weg von Demokratisierung und Einigung Deutschlands zeigen. 1848 prägten Straßenkämpfe das Bild. Im November 1989 fand hier die größte nicht-staatliche Demonstration in der DDR statt. Zionskirche Im Herzen der Hauptstadt gelegen, wurde die Zionskirche immer wieder zum Sammelpunkt demokratischer und oppositioneller Bewegungen in autoritären Regimen. Von 1931-33 wirkte Dietrich Bonhoeffer hier. Seit Beginn der 1980er-Jahre bot die Kirche Raum für oppositionelle Bewegungen. Schloss Schönhausen Seit dem 27. Dezember 1989 beherbergte die Schlossanlage Schönhausen den “Zentralen Runden Tisch” der DDR. Dieser war maßgeblich an der Demokratisierung der DDR beteiligt, seine abwartende Position zur Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik konnte sich aber nicht durchsetzen. Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte Rastatt spielte eine zentrale Rolle in der Endphase der Revolution 1848/49. Heute erinnert eine Dauerausstellung an die Geschichte deutscher Freiheitsbewegungen im 19. Jahrhundert, komplettiert durch einen Teil über Opposition, Widerstand und Friedliche Revolution in der DDR. Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Am 4. Dezember 1989 besetzten TeilnehmerInnen der Montagsdemonstration die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS). In derselben Nacht wurde das Bürgerkomitee Leipzig gegründet um die Vernichtung der Akten des BVfS zu verhindern und die Dokumentation der Überwachung durch die SED zu sichern. Augustusplatz „Wir sind das Volk.“ Mit diesem Ruf schritten am Montag, den 9. Oktober 1989 mehr als 70.000 Demonstrantinnen und Demonstranten über den Leipziger Augustusplatz. Am 16. Oktober waren es sogar 120.000. Mit den wöchentlichen Montagsdemonstrationen begann die Friedliche Revolution. Landtag Sachsen-Anhalt Dass der Landtag Sachsen-Anhalts heute seinen Sitz in Magdeburg hat, ist die Folge einer Abstimmung über die zukünftige Landeshauptstadt vom Oktober 1990. Halle unterlag nur knapp. So wurde am Domplatz die neue Verfassung im Juli 1992 verabschiedet. Nikolaikirche Leipzig Seit Anfang der 1980er-Jahre wurden in der Nikolaikirche Friedensgebete abgehalten, von denen wiederum die Montagsdemonstrationen der Friedlichen Revolution 1989/90 ihren Ausgang nahmen. Hier kulminierte kirchlicher und demokratischer Protest gegen die DDR-Staatsführung. Prager Straße Am 8. Oktober 1989 protestierten tausende DresdnerInnen gegen die DDR-Staatsführung. Die Protestierenden wählten aus ihren Reihen die “Gruppe 20”, die am kommenden Tag mit dem Oberbürgermeister über ihre Forderungen verhandelte. Sie verlangten u.a. Reise- und Pressefreiheit, freie Wahlen und die Freilassung politischer Gefangener. Friedliche Revolution in Plauen Am 7. Oktober 1989 demonstrierten über 15.000 Menschen für Freiheit und Demokratie. Trotz des Einsatzes der Polizei ging die Staatsmacht erstmalig nicht mehr als Sieger vom Platz. Plauen war somit Vorreiter der Friedlichen Revolution. Bundeszentrale für politische Bildung Berlin 1952 wurde die Bundeszentrale für Heimatdienst gegründet, um die Erziehung zur Demokratie zu gewährleisten. 1963 in Bundeszentrale für politische Bildung umbenannt, unterstützt sie seitdem alle interessierten Bürgerinnen und Bürger dabei, sich mit Politik und Demokratie zu befassen. Humboldt Forum Das Humboldt Forum ist eine noch neue Institution – an einem sehr geschichtsträchtigen Ort. Jahrhundertelang Zentrum politischer Selbstdarstellung in Preußen, dem Deutschen Reich und schließlich in der DDR, war dieser Ort gerade deshalb immer wieder Ziel von Protesten, Umsturzversuchen und Revolutionen. Dreikönigskirche Gerade erst wieder aufgebaut, diente die Kreuzkirche von 1990 bis 1992 dem Sächsischen Landtag als Sitzungsort. Hier wurde die Verfassung des Freistaats verabschiedet, weshalb sie gelegentlich auch die „sächsische Paulskirche“ genannt wurde. Kreuzkirche Die Kreuzkirche war der bevorzugte Dresdner Versammlungsort der DDR-Oppositionsbewegung. 1989 gingen von dieser Kirche die Demonstrationszüge aus, in deren Gefolge auch in Dresden das Zerbröckeln des DDR-Staates begann. Frauenkirche Der Kirchenbau sowie der umgebende Neumarkt sind bis heute Schauplatz für Demonstrationen und Kundgebungen von Parteien und Verbänden unterschiedlichster politischer Couleur – und damit ein unverzichtbarer Ort der lokalen Demokratiegeschichte und eine Bühne zivilgesellschaftlichen Engagements, mal im fruchtbaren Dialog, mal im heftigen Streit. Weg der Demokratie 65 Orte - Eine Demokratie. Der Weg der Demokratie führt Besucherinnen und Besucher in und um Bonn an diejenigen Orte, welche die Bonner Republik geprägt haben. Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen Das Notaufnahmelager Gießen diente zwischen 1945 und 1989/90 als zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für SBZ- und DDR-Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland. Es galt für viele Ankommende als ein „Tor zur Freiheit“. Gewandhaus Das Gewandhaus, 1981 als einziger Konzerthaus-Neubau der DDR eröffnet und Spielstätte des ältesten bürgerlichen Orchesters der Welt, wurde im Herbst 1989 auf Initiative Kurt Masurs zum geschützten Ort des freien Meinungsaustauschs und friedlichen Dialogs. Die „Gespräche am Karl-Marx-Platz“ fanden enormen Zustrom. Hof Hauptbahnhof Am 1. Oktober 1989 um 6.14 Uhr rückt Hof in den „Mittelpunkt des medialen Weltgeschehens.“ In diesem Moment trifft der erste Zug mit 1.210 DDR Bürgerinnen und Bürgern in der oberfränkische Stadt ein, die zuvor in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag Zuflucht gesucht hatten. Archiv Bürgerbewegung Leipzig Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig (ABL) sammelt Zeugnisse der DDR-Opposition, Bürgerbewegung und der neuen demokratischen Strukturen ab 1989/90. Es archiviert und sichert diese Dokumente zur wissenschaftlichen Aufarbeitung und historischen Bildung. Deutsche Botschaft Prag Tausende Bürgerinnen und Bürger der DDR waren seit August 1989 auf das Gelände der westdeutschen Botschaft in Prag geflüchtet. Am 30. September verkündete Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der Botschaft, dass diese in die BRD ausreisen durften - ein Meilenstein auf dem Weg zum Mauerfall. Dietrich-Bonhoeffer-Haus Am 7. Dezember 1989 beherbergte das Dietrich-Bonhoeffer-Haus die ersten drei Sitzungen des Zentralen Runden Tisches der DDR. Wenig später, ab dem 27. Dezember, wurden die Sitzungen aus Platzgründen in das Schloss Schönhausen verlagert. Denkmal Schwerter zu Pflugscharen Auf dem historischen Lutherhof im Zentrum der Stadt Wittenberg haben sich am späten Abend des 24. September 1983 mehr als 2.000 Menschen eingefunden. In der Mitte des Hofes steht ein Amboss, ein Feuer lodert und der Kunstschmied Stefan Nau schmiedet ein selbstgefertigtes Schwert zu einer Pflugschar um. Deutsches Kabarettarchiv Kabarett ist mehr als Kunst – es ist ein Spiegel der Zeitgeschichte und ein Teil demokratischer Streitkultur. Es kommentiert politische Ereignisse, hinterfragt Machtverhältnisse und fördert den öffentlichen Diskurs. Das Deutsche Kabarettarchiv zeigt die Geschichte und Gegenwart dieser vielschichtigen Kunstform. Schulmuseum Leipzig - Werkstatt für Schulgeschichte Das Schulmuseum Leipzig präsentiert Schul- und Bildungsgeschichte als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Veränderungen. Besucherinnen und Besucher erleben in interaktiven Ausstellungen und Workshops anschaulich, wie Schule und Bildung von der Kaiserzeit über zwei deutsche Diktaturen und die Zeit der Friedlichen Revolution 1989 bis heute geprägt wurden. Platz des 18. März Der 18. März ist ein bedeutendes Datum der berliner Demokratiegeschichte. Am 18. März 1848 erreichte die Revolution von 1848 mit den Berliner Barrikadenkämpfen einen ersten Höhepunkt. Am 18. März 1990 entschieden sich die Bürgerinnen und Bürger der DDR bei der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl mit großer Mehrheit für die Wiedergewinnung der deutschen Einheit und gegen die Weiterexistenz der DDR. Grenzmuseum Schifflersgrund Das Grenzmuseum Schifflersgrund ist eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art am ehemaligen Eisernen Vorhang in Deutschland und Europa. Neben der Erinnerung an Leid und Opfer von Teilung und SED-Diktatur setzt sich das Museum seit 35 Jahren mit großem bürgerschaftlichem Engagement dafür ein, Demokratie und Freiheit zu stärken.
Bärbel Bohley
Als die Friedliche Revolution 1989 das Ende der DDR einläutete, wurde sie als ‚Mutter‘ dieser Revolution gefeiert: Bärbel Bohley. Die Künstlerin verkörperte für viele den Aufbruch und die Hoffnung auf politische Veränderung in der DDR. Gleichzeitig verdeutlicht ihr konstantes Eintreten für eine demokratische Gesellschaft den langen Vorlauf der Wiedervereinigung, sodass der revolutionäre Mauerfall 1989 eigentlich der symbolische Höhepunkt einer jahrzehntelangen Oppositionsbewegung war.
Walter Schilling
Mit seinem vielfältigen Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit schuf Walter Schilling verschiedene Räume des Austauschs und des Dialogs, die gerade Außenseitern des DDR-Systems als Anlaufpunkt dienten. Mit diesem Konzept der "Offenen Arbeit" gestaltete er langfristig zudem einen zentralen Raum verschiedener DDR-Oppositionsgruppen.
Achim Beyer
Das Schicksal Achim Beyers steht stellvertretend für die Härte, mit der die frühe DDR auf Protest, gerade auch aus jugendlichen Kreisen, reagierte. Zusammen mit 18 Mitschülerinnen und Mitschülern aus Werdau wurde er 1951 für Flugblattverteilungen zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung und Flucht in den Westen setzte sich Beyer daher immer wieder für die Aufklärungsarbeit zur DDR und die politische Bildung ein.
Wolfgang Ullmann
Auf vielfältige Weise begleitete der Theologe Wolfgang Ullmann die 'Friedliche Revolution' und die deutsche Wiedervereinigung. Nicht nur als DDR-Bürgerrechtler, sondern im Anschluss auch als Politiker der Grünen nahm er Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung des vereinten Deutschlands.
Christian Führer
Als Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche gilt Christian Führer als einer der Initiatoren der Leipziger Friedensgebete und damit als ein Motor der Friedlichen Revolution von 1989. Damit hatte er gewichtigen Anteil an einem friedlichen Verlauf der Massenproteste, ebenso begründete er mit den Friedensgebeten einen Ort des politisch-gesellschaftlichen Austauschs und Dialogs.
Ludwig Mehlhorn
Wie kaum ein anderer Bürgerrechtler der DDR erkannte Ludwig Mehlhorn früh die grenzüberschreitenden Bezüge der gemeinsamen Opposition und befürwortete eine gesamteuropäische, gemeinschaftliche Politik der Verständigung. Er hielt wichtige Kontakte zu polnischen und tschechischen Oppositionsbewegungen, schrieb zu Menschenrechtsverletzungen und beteiligte sich maßgeblich an den Bürgerrechtsbewegungen der Friedlichen Revolution 1989.
Regine Hildebrandt
Als "Mutter Courage des Ostens" wurde Regine Hildebrandt für ihren volksnahen und offenen Umgang als Brandenburger Ministerin für Soziales nach der Wende gefeiert. Aus der Bürgerrechtsbewegung der DDR kommend, gestaltete sie die Anfangsjahre der neuen Bundesländer entscheidend mit und setzte sich mit zupackendem Pragmatismus und unverblümter Direktheit für soziale Rechte ein.
Jürgen Fuchs
Der Schriftsteller Jürgen Fuchs gehörte zu den prominentesten Bürgerrechtlern der DDR. An seinem Lebensweg lässt sich exemplarisch die Enttäuschung vieler überzeugter Marxisten mit dem Realsozialismus nachverfolgen. Mit seinen verschiedenen Werken thematisierte und dokumentierte er die Verbrechen des Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)-Regimes und mobilisierte so die Bürgerrechtsbewegungen in Ost wie West.
Rudolf Bahro
Mit seiner Veröffentlichung "Die Alternative" (1977) kritisierte Rudolf Bahro die reale Umsetzung des Sozialismus und die aktuellen Zustände in der DDR und provozierte damit eine Diskussion in Ost- wie Westdeutschland. Bis heute gilt er aber auch als einer der umstrittensten ehemaligen DDR-Dissidenten, da er auf der Suche nach alternativen Wirtschafts- und Sozialordnungen immer wieder auch den Rahmen der Demokratie infragestellte.
Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße
Die ehemalige Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit war am 4. Dezember 1989 Schauplatz der ersten Besetzung einer Stasi-Zentrale durch BürgerInnen. Damit begann das Ende der DDR-Geheimpolizei. Heute erinnert die Gedenk- und Bildungsstätte an Unterdrückung, Widerstand und Demokratiebewegung in Thüringen während der DDR-Zeit.
Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam
Die Lindenstraße war seit dem Frühjahr 1990 das Epizentrum der Potsdamer Demokratie- und Bürgerrechtsbewegung. Von hier aus organisierten die Brandenburger BürgerrechtlerInnen die ersten demokratischen Wahlen 1990 und setzten wichtige Impulse zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Brandenburger Tor
Das Brandenburger Tor markierte bis 1990 die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin und damit die Grenze zwischen den Staaten des Warschauer Paktes und der NATO. Am 9. November 1989 besetzten DDR-BürgerInnen das Tor und die davor liegende Mauer, ein Meilenstein in der Friedlichen Revolution.
Alexanderplatz
Sowohl 1848 als auch 1989/90 wurde der Berliner Alexanderplatz Zeuge revolutionärer Ereignisse, die den gemeinsamen Weg von Demokratisierung und Einigung Deutschlands zeigen. 1848 prägten Straßenkämpfe das Bild. Im November 1989 fand hier die größte nicht-staatliche Demonstration in der DDR statt.
Zionskirche
Im Herzen der Hauptstadt gelegen, wurde die Zionskirche immer wieder zum Sammelpunkt demokratischer und oppositioneller Bewegungen in autoritären Regimen. Von 1931-33 wirkte Dietrich Bonhoeffer hier. Seit Beginn der 1980er-Jahre bot die Kirche Raum für oppositionelle Bewegungen.
Schloss Schönhausen
Seit dem 27. Dezember 1989 beherbergte die Schlossanlage Schönhausen den “Zentralen Runden Tisch” der DDR. Dieser war maßgeblich an der Demokratisierung der DDR beteiligt, seine abwartende Position zur Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik konnte sich aber nicht durchsetzen.
Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte
Rastatt spielte eine zentrale Rolle in der Endphase der Revolution 1848/49. Heute erinnert eine Dauerausstellung an die Geschichte deutscher Freiheitsbewegungen im 19. Jahrhundert, komplettiert durch einen Teil über Opposition, Widerstand und Friedliche Revolution in der DDR.
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Am 4. Dezember 1989 besetzten TeilnehmerInnen der Montagsdemonstration die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS). In derselben Nacht wurde das Bürgerkomitee Leipzig gegründet um die Vernichtung der Akten des BVfS zu verhindern und die Dokumentation der Überwachung durch die SED zu sichern.
Augustusplatz
„Wir sind das Volk.“ Mit diesem Ruf schritten am Montag, den 9. Oktober 1989 mehr als 70.000 Demonstrantinnen und Demonstranten über den Leipziger Augustusplatz. Am 16. Oktober waren es sogar 120.000. Mit den wöchentlichen Montagsdemonstrationen begann die Friedliche Revolution.
Landtag Sachsen-Anhalt
Dass der Landtag Sachsen-Anhalts heute seinen Sitz in Magdeburg hat, ist die Folge einer Abstimmung über die zukünftige Landeshauptstadt vom Oktober 1990. Halle unterlag nur knapp. So wurde am Domplatz die neue Verfassung im Juli 1992 verabschiedet.
Nikolaikirche Leipzig
Seit Anfang der 1980er-Jahre wurden in der Nikolaikirche Friedensgebete abgehalten, von denen wiederum die Montagsdemonstrationen der Friedlichen Revolution 1989/90 ihren Ausgang nahmen. Hier kulminierte kirchlicher und demokratischer Protest gegen die DDR-Staatsführung.
Prager Straße
Am 8. Oktober 1989 protestierten tausende DresdnerInnen gegen die DDR-Staatsführung. Die Protestierenden wählten aus ihren Reihen die “Gruppe 20”, die am kommenden Tag mit dem Oberbürgermeister über ihre Forderungen verhandelte. Sie verlangten u.a. Reise- und Pressefreiheit, freie Wahlen und die Freilassung politischer Gefangener.
Friedliche Revolution in Plauen
Am 7. Oktober 1989 demonstrierten über 15.000 Menschen für Freiheit und Demokratie. Trotz des Einsatzes der Polizei ging die Staatsmacht erstmalig nicht mehr als Sieger vom Platz. Plauen war somit Vorreiter der Friedlichen Revolution.
Bundeszentrale für politische Bildung Berlin
1952 wurde die Bundeszentrale für Heimatdienst gegründet, um die Erziehung zur Demokratie zu gewährleisten. 1963 in Bundeszentrale für politische Bildung umbenannt, unterstützt sie seitdem alle interessierten Bürgerinnen und Bürger dabei, sich mit Politik und Demokratie zu befassen.
Humboldt Forum
Das Humboldt Forum ist eine noch neue Institution – an einem sehr geschichtsträchtigen Ort. Jahrhundertelang Zentrum politischer Selbstdarstellung in Preußen, dem Deutschen Reich und schließlich in der DDR, war dieser Ort gerade deshalb immer wieder Ziel von Protesten, Umsturzversuchen und Revolutionen.
Dreikönigskirche
Gerade erst wieder aufgebaut, diente die Kreuzkirche von 1990 bis 1992 dem Sächsischen Landtag als Sitzungsort. Hier wurde die Verfassung des Freistaats verabschiedet, weshalb sie gelegentlich auch die „sächsische Paulskirche“ genannt wurde.
Kreuzkirche
Die Kreuzkirche war der bevorzugte Dresdner Versammlungsort der DDR-Oppositionsbewegung. 1989 gingen von dieser Kirche die Demonstrationszüge aus, in deren Gefolge auch in Dresden das Zerbröckeln des DDR-Staates begann.
Frauenkirche
Der Kirchenbau sowie der umgebende Neumarkt sind bis heute Schauplatz für Demonstrationen und Kundgebungen von Parteien und Verbänden unterschiedlichster politischer Couleur – und damit ein unverzichtbarer Ort der lokalen Demokratiegeschichte und eine Bühne zivilgesellschaftlichen Engagements, mal im fruchtbaren Dialog, mal im heftigen Streit.
Weg der Demokratie
65 Orte - Eine Demokratie. Der Weg der Demokratie führt Besucherinnen und Besucher in und um Bonn an diejenigen Orte, welche die Bonner Republik geprägt haben.
Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen
Das Notaufnahmelager Gießen diente zwischen 1945 und 1989/90 als zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für SBZ- und DDR-Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland. Es galt für viele Ankommende als ein „Tor zur Freiheit“.
Gewandhaus
Das Gewandhaus, 1981 als einziger Konzerthaus-Neubau der DDR eröffnet und Spielstätte des ältesten bürgerlichen Orchesters der Welt, wurde im Herbst 1989 auf Initiative Kurt Masurs zum geschützten Ort des freien Meinungsaustauschs und friedlichen Dialogs. Die „Gespräche am Karl-Marx-Platz“ fanden enormen Zustrom.
Hof Hauptbahnhof
Am 1. Oktober 1989 um 6.14 Uhr rückt Hof in den „Mittelpunkt des medialen Weltgeschehens.“ In diesem Moment trifft der erste Zug mit 1.210 DDR Bürgerinnen und Bürgern in der oberfränkische Stadt ein, die zuvor in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag Zuflucht gesucht hatten.
Archiv Bürgerbewegung Leipzig
Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig (ABL) sammelt Zeugnisse der DDR-Opposition, Bürgerbewegung und der neuen demokratischen Strukturen ab 1989/90. Es archiviert und sichert diese Dokumente zur wissenschaftlichen Aufarbeitung und historischen Bildung.
Deutsche Botschaft Prag
Tausende Bürgerinnen und Bürger der DDR waren seit August 1989 auf das Gelände der westdeutschen Botschaft in Prag geflüchtet. Am 30. September verkündete Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der Botschaft, dass diese in die BRD ausreisen durften - ein Meilenstein auf dem Weg zum Mauerfall.
Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Am 7. Dezember 1989 beherbergte das Dietrich-Bonhoeffer-Haus die ersten drei Sitzungen des Zentralen Runden Tisches der DDR. Wenig später, ab dem 27. Dezember, wurden die Sitzungen aus Platzgründen in das Schloss Schönhausen verlagert.
Denkmal Schwerter zu Pflugscharen
Auf dem historischen Lutherhof im Zentrum der Stadt Wittenberg haben sich am späten Abend des 24. September 1983 mehr als 2.000 Menschen eingefunden. In der Mitte des Hofes steht ein Amboss, ein Feuer lodert und der Kunstschmied Stefan Nau schmiedet ein selbstgefertigtes Schwert zu einer Pflugschar um.
Deutsches Kabarettarchiv
Kabarett ist mehr als Kunst – es ist ein Spiegel der Zeitgeschichte und ein Teil demokratischer Streitkultur. Es kommentiert politische Ereignisse, hinterfragt Machtverhältnisse und fördert den öffentlichen Diskurs. Das Deutsche Kabarettarchiv zeigt die Geschichte und Gegenwart dieser vielschichtigen Kunstform.
Schulmuseum Leipzig - Werkstatt für Schulgeschichte
Das Schulmuseum Leipzig präsentiert Schul- und Bildungsgeschichte als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Veränderungen. Besucherinnen und Besucher erleben in interaktiven Ausstellungen und Workshops anschaulich, wie Schule und Bildung von der Kaiserzeit über zwei deutsche Diktaturen und die Zeit der Friedlichen Revolution 1989 bis heute geprägt wurden.
Platz des 18. März
Der 18. März ist ein bedeutendes Datum der berliner Demokratiegeschichte. Am 18. März 1848 erreichte die Revolution von 1848 mit den Berliner Barrikadenkämpfen einen ersten Höhepunkt. Am 18. März 1990 entschieden sich die Bürgerinnen und Bürger der DDR bei der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl mit großer Mehrheit für die Wiedergewinnung der deutschen Einheit und gegen die Weiterexistenz der DDR.
Grenzmuseum Schifflersgrund
Das Grenzmuseum Schifflersgrund ist eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art am ehemaligen Eisernen Vorhang in Deutschland und Europa. Neben der Erinnerung an Leid und Opfer von Teilung und SED-Diktatur setzt sich das Museum seit 35 Jahren mit großem bürgerschaftlichem Engagement dafür ein, Demokratie und Freiheit zu stärken.