{"id":3254,"date":"2020-12-18T17:30:20","date_gmt":"2020-12-18T16:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.demokratie-geschichte.de\/index.php\/?p=3254"},"modified":"2020-12-19T22:40:03","modified_gmt":"2020-12-19T21:40:03","slug":"vom-umgang-mit-der-reichsgruendung-in-derdeutschen-geschichte-nach-1871","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/dg-dev.agentur-doppelstern.de\/httpdocs\/index.php\/3254\/vom-umgang-mit-der-reichsgruendung-in-derbrdeutschen-geschichte-nach-1871\/","title":{"rendered":"Vom Umgang mit der Reichsgr\u00fcndung in der<br>deutschen Geschichte nach 1871"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ulrich Lappenk\u00fcper<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eWir stehen heute fest auf dem Fundament der Freiheitsbewegung und der Demokratiegeschichte\u201c, beteuerte Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier am 3. Oktober 2020 in einer Rede zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit \u2013 und f\u00fcgte dann erl\u00e4uternd hinzu: \u201eWir berufen uns auf die Ideen des Hambacher Festes, der Paulskirche, der Weimarer Demokratie, des Grundgesetzes und der Friedlichen Revolution\u201c von 1989\/90. Vom Kaiserreich war in Steinmeiers Aufz\u00e4hlung nicht die Rede, und das Staatsoberhaupt machte auch keinen Hehl daraus, warum: Die deutsche Einheit sei \u201enach Kriegen mit unseren Nachbarn\u201c erzwungen worden, anschlie\u00dfend h\u00e4tten die Regierungen \u201emit eiserner Hand\u201c \u201edurchregiert\u201c, und nur \u201eein kurzer Weg\u201c habe \u201ezur Katastrophe des Ersten Weltkriegs gef\u00fchrt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"153\" src=\"https:\/\/www.demokratie-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Mit-der-\u201eGeburt-der-Nation-aus-demresize.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3255\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ganz \u00e4hnlich d\u00fcster klingt es in dem neuen Buch des Marburger Historikers Eckart Conze \u00fcber \u201eDie Schatten des Kaiserreichs\u201c. Doch wir vernehmen auch andere Stimmen, etwa die des Publizisten Klaus-J\u00fcrgen Bremm, der die Reichsgr\u00fcndung in einem Buch \u00fcber \u201e70\/71\u201c als \u201eeurop\u00e4ischen Gl\u00fccksfall\u201c feiert, oder des Passauer Geschichtswissenschaftlers Hans-Christof Kraus, der j\u00fcngst beteuerte: Auf die Reichsgr\u00fcndung d\u00fcrfe man \u201eauch nach 150 Jahren noch stolz sein\u201c, nicht auf den Krieg gegen Frankreich, wohl aber \u201eauf das, was daraus folgte\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte den Eindruck gewinnen, als ob unserer Zunft ein neuer Streit bevorsteht. Ob er die Forschung so zu befruchten vermag wie die Fischer-Kontroverse der 1960er-Jahre oder so entzweien wird wie der Historikerstreit der 1980er-Jahre, ist noch nicht ausgemacht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDeutschland? aber wo liegt es?\u201c fragte Friedrich Schiller 1796 in seinen ber\u00fchmten Xenien. \u201eIch wei\u00df das Land nicht zu finden. Wo das gelehrte beginnt, h\u00f6rt das politische auf.\u201c Als die Deutschen Schillers Sehnsuchtsort, das \u201eDeutsche Reich\u201c, ein Dreivier\u00adtel\u00adjahr\u00adhundert sp\u00e4ter gefunden hat\u00adten, brachen nicht alle in Freudentaumel aus. Vertretern des politischen Katholizismus missfiel die kleindeutsche, unitarisch anmutende L\u00f6sung der deutschen Frage, bayerische Patrioten und Welfen bef\u00fcrchteten eine Ver\u00adpreu\u00dfung, Zentrumspolitiker wie Ludwig Windthorst oder Sozialdemokraten wie August Be\u00adbel kritisierten die Nationalstaatsgr\u00fcndung durch Krieg oder die M\u00e4ngel im politischen System.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der \u201eGeburt der Nation aus dem Krieg\u201c (Frank Becker), daran kann kein Zweifel bestehen, hatte die jahrhundertealte Frage nach der Einigung Deutschlands 1871 eine delikate Antwort erhalten: vom Ausland misstrauisch be\u00e4ugt und auch im Innern nicht \u00fcberall begr\u00fc\u00dft. Doch ebenso richtig ist es zu konsta\u00adtie\u00adren, dass die Reichsgr\u00fcndung nicht nur mit der wohlwollenden Neutralit\u00e4t der Gro\u00dfm\u00e4chte, sondern auch mit breiter Zustimmung des deutschen Volkes erfolgt war. Schon drei Wochen vor der Kaiserproklamation hatte der Reichstag des Norddeutschen Bundes eine Deputation nach Versailles entsandt, um Preu\u00dfens K\u00f6nig die Kaiserkrone anzutragen. Wilhelm I. nahm das ihm am 18. Dezember 1870 notabene vom ehemaligen Pr\u00e4sidenten der Frankfurter Paulskirche, Eduard von Simson, \u00fcberbrachte Angebot nach einigem Z\u00f6gern so wohlwollend an, dass sein Schwiegersohn Friedrich I. von Baden dieses Datum zu einem \u201eEhrentag f\u00fcr Deutschland\u201c erhob.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reichsgr\u00fcndung war eben trotz eines fehlenden direkten Akklamationsaktes des Volkes mitnichten nur ein Akt von oben! Sie war jedoch auch nicht alternativlos, aber keine der \u00fcbrigen Optionen besa\u00df eine wirkliche Chance zur Realisierung. H\u00e4tte Deutschland also, um des Friedens mit Frank\u00adreich willen, auf den kleindeutschen Nationalstaat verzichten sollen, wie Tillmann Bendikowski j\u00fcngst suggeriert?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">III.<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Verankerung von Kaiser und Reich lebte in Deutschlands politischer Semantik nicht nur die alte Kyffh\u00e4user-Sehnsucht der Romantik, sondern auch das Streben der 48er wieder auf. Ungeachtet aller Bem\u00fchungen, die Kaiser- und Reichsidee \u201eals f\u00f6derativen und gro\u00dfdeutschen Schutzschild gegen den kleindeutsch-preu\u00dfischen Unitarismus\u201c in Stellung zu bringen (Dieter Langewiesche), legte der universale Reichsgedanke dem jungen Nationalstaat eine schwere B\u00fcrde in die Wiege. Belastend wirkte au\u00dferdem der Primat der Einheit gegen\u00fcber der Freiheit, wiewohl dank des Wahlrechts, der Rechtsstaatlichkeit, des Parteienwesens oder der Pressefreiheit etliche demokratische Elemente ins politische System Einzug hielten. Noch ein weiteres, wenngleich nicht auf Deutschland beschr\u00e4nktes Problem g\u00e4rte im Kaiserreich: Mit dem sich versch\u00e4rfenden Nationalismus ging seit den 1880er-Jahren eine Wendung des Reichsgedankens ins Imperiale einher, durch die sowohl die von Wilhelm I. proklamierte Rolle Deutschlands als \u201ezuverl\u00e4ssiger B\u00fcrge des europ\u00e4ischen Friedens\u201c als auch Bismarcks Politik der \u201eSaturiertheit\u201c konterkariert wurden. In einem bewusst an das Zeremoniell der Versailler Kaiserproklamation von 1871 erinnernden Festakt fasste Wilhelm II. seine Gedanken 1896 in die stolzen Worte: \u201eAus dem Deutschen Reiche ist ein Weltreich geworden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">IV.<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"144\" src=\"https:\/\/www.demokratie-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Noch-immer-bewegen-wir-uns-inresize.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3256\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Und dennoch: Nicht einmal der ruhmlose Untergang der Monarchie 1918 sollte den Reichsgedanken diskreditieren. Neben einer in der Gesellschaft fortlebenden Anh\u00e4nglichkeit gegen\u00fcber dem 1806 unter\u00adge\u00adgangenen Alten wie dem 1871 gegr\u00fcndeten Zweiten Reich spielte dabei wohl auch die Tatsache eine Rolle, dass mancher Deutsche die Weimarer Republik geradezu als \u201eAntithese\u201c des Kaiserreichs ansah (Kurt Sontheimer). Zur 50. Wiederkehr der Kaiserproklamation bezeichnete der Herzens-Monarchist und Vernunft-Republikaner Gustav Stresemann es 1921 in einer flammenden Rede als Bismarcks Verm\u00e4chtnis, unerm\u00fcdlich daran zu wirken, dass das Reich eines Tages in seiner alten Gr\u00f6\u00dfe wiedererstehe.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Jahren erlangte der Mythos vom Reich eine immer gr\u00f6\u00dfere, aber auch diffusere Bedeutung. Sie umfasste den Ruf der Deutschnationalen nach einer R\u00fcckkehr zum Bismarckreich wie auch das Pl\u00e4doyer der Abendl\u00e4ndischen Bewegung f\u00fcr eine deutsche F\u00fchrungsrolle in Mitteleuropa. Die Nationalsozialisten bedienten sich zun\u00e4chst des von Arthur Moeller van den Bruck gepr\u00e4gten Topos vom \u201eDritten Reich\u201c, schwenkten dann aber auf den national entgrenzten Begriff eines \u201eGro\u00dfgermanischen Reiches deutscher Nation\u201c (Walter Hofer) um und unterf\u00fctterten ihn mit v\u00f6llig verblendeter Rassenideologie.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">V.<\/h3>\n\n\n\n<p>Trotz der bedingungslosen Kapitulation bestand Deutschland nach 1945 v\u00f6lkerrechtlich in den Grenzen von 1937 fort. Eine Benennung des westdeutschen Provisoriums als Reich kam f\u00fcr die M\u00fctter und V\u00e4ter des Grundgesetzes im Gegensatz zu ihren Vorg\u00e4ngerinnen und Vorg\u00e4ngern der Weimarer Nationalversammlung indes nicht in Frage \u2013 wohl weniger aus innerer \u00dcberzeugung, denn aus R\u00fccksicht auf das Ausland. Indem der Parlamentarische Rat die Bun\u00addes\u00adrepublik jedoch als identisch mit dem als handlungsunf\u00e4hig deklarierten Deutschen Reich definierte, \u00f6ffnete er das Tor zu einem intensiven Diskurs, der in den 1950er-Jahren von f\u00fcnf Argumentationslinien bestimmt wurde:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>der von der rechtsextremen \u201eDeutschen Reichspartei\u201c formulierten Forderung nach einer Wiedererrichtung eines v\u00f6lkisch homogenen Reichs;<\/li><li>der von einer politisch-emotionalen Reichstreue getragenen Hoffnung auf ein Wiedererstehen des Reichs in der Form einer sozialistischen Republik (man denke an Kurt Schumacher) oder einer christlich gepr\u00e4gten \u201eBr\u00fccke zwischen Ost und West\u201c (\u00e0 la Jakob Kaiser);<\/li><li>der etwa von Friedrich Meinecke oder Thomas Mann gezogenen Kontinuit\u00e4tslinie vom Kaiserreich zum \u201eDritten Reich\u201c;<\/li><li>der von den Repr\u00e4sentanten des \u201eneuen\u201c Abendlandgedankens vertretenen Ansicht, das Kaiserreich habe seinen Namen vom Heiligen R\u00f6mischen Reich deutscher Nation blo\u00df usurpiert, und<\/li><li>dem von Konrad Adenauer und seinen Anh\u00e4n\u00adgern gef\u00e4llten Verdikt, im Kaiserreich habe \u201eanstelle der sittlichen Idee der nationalen Freiheit [\u2026] ein auf die Macht gegr\u00fcndeter Nationalismus\u201c den Ton angegeben.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Auf welch\u2018 schwankendem Boden sich die Debatte im politisch-gesellschaftlichen Raum bewegte, verdeut\u00adlich\u00adte der 80. Jahrestag der Reichsgr\u00fcndung. Die Bundesregierung zeigte sich unf\u00e4hig, die selbst gestellte Frage nach einem \u00f6ffentlichen Gedenken konsensual zu beantworten. Ganz anders agierte der Bundestag bzw. dessen Pr\u00e4sident Hermann Ehlers, der es als selbstverst\u00e4ndlich erachtete, an das Jubil\u00e4um zu erinnern. Unter lebhaftem \u201eBeifall [der Abgeordneten] in der Mitte und Rechts\u201c \u2013 so vermerkt es das Protokoll \u2013 betonte Ehlers am 18. Januar 1951, dass die Deutschen der Reichsgr\u00fcndung im Willen um Frieden und um die Zugeh\u00f6rigkeit zur euro\u00adp\u00e4ischen Gemeinschaft sehr wohl \u201eals eines bedeutsamen Ereignisses unserer Geschichte in Achtung gedenken\u201c k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Schenkt man einer Umfrage der Wochenzeitung \u201eDie Zeit\u201c aus diesem Jahr Glauben, traf Ehlers damit nicht nur die Stimmung der Abgeordneten: 45 % der Befragten bezeichneten das Kaiserreich vor 1914 als jene Zeit, in der es Deutschland im 20. Jahrhundert am besten gegangen sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Das von Ehlers implizit artikulierte Bem\u00fchen, Adenauers Politik der Westintegration mit einer gesamtdeutsch orientierten Symbolpolitik zu verbinden, m\u00fcndete 1954, ein Jahr nach dem Volksaufstand in der DDR, in die Ausrufung des 17. Juni zum Tag der deutschen Einheit, der am selben Tag die Gr\u00fcndung des Kuratoriums Unteilbares Deutschland folgte. Adenauer hielt sich von den Aktivit\u00e4ten des Kuratoriums weitgehend fern, weil ihm dessen Ziele zu stark am Reich Bismarcks und zu wenig an Europa orientiert waren. Nachdem das westdeutsche Provisorium durch die Pariser Vertr\u00e4ge von 1955 seines Erachtens nach die Souver\u00e4nit\u00e4t zur\u00fcckerlangt hatte, gab der Kanzler der europ\u00e4ischen Integration den klaren Vorrang vor der Wiedervereinigung. Anh\u00e4nger der Abendlandbewegung wie Paul Wilhelm Wenger gingen noch einen Schritt weiter, indem sie die nationalstaatliche Entwicklung Europas seit 1789 als Irrweg bezeichneten. F\u00fcr den Publizisten wie f\u00fcr den Kanzler galt freilich gleicherma\u00dfen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. August 1956, wonach das Reich \u201eals staats- und v\u00f6lkerrechtliches Subjekt nicht untergegangen\u201c und die Wiederherstellung der deutschen Einheit ein \u201evordringliches nationales Ziel\u201c sei.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">VI.<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie diffizil die gesellschaftliche und politische Debatte auch f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter noch war, verdeutlichte der 90. Jahrestag der Reichsgr\u00fcndung 1961. Einen von Bundesinnenminister Gerhard Schr\u00f6der im Kabinett angeregten Gedenkaufruf lehnte Adenauer mit dem Argument ab, es gebe \u201ekaum ein Reich, das so kurz bestanden\u201c habe. Zwar mochte ihm von Seiten der Minister niemand widersprechen, doch national orientierte Christdemokraten, aber auch Liberale vom Schlage eines Thomas Dehler oder Reinhold Maier warnten vor der Preisgabe der Reichsidee. Der Bundestag reagierte auf ihre Mahnungen mit einer Gedenkstunde, in der Pr\u00e4sident Eugen Gerstenmaier sein Bekenntnis zum Fortbestand des Reiches mit einem Pl\u00e4doyer zu einer \u201eredlichen Hinwendung zu der Gemeinschaft mit unseren Nachbarv\u00f6lkern und der freien europ\u00e4isch-atlantischen Welt\u201c verband.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><em>\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<\/em> <em>Noch immer bewegen wir uns in vielf\u00e4ltiger Weise in jenem politischen Raum, der 1871 geschaffen worden ist.<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Allen Hoffnungen auf eine baldige R\u00fcckkehr zum geeinten Nationalstaat wurde durch den Bau der Berliner Mauer im August 1961 ein schwerer Schlag versetzt, und dennoch hielt das Gros der Bundesb\u00fcrger nicht nur am Fortbestand der Nation fest, sondern auch an einer weitgehend positiven Konnotation des Kaiserreiches. Noch 1965 gab der Vorsitzende der SPD Willy Brandt zu Bismarcks 150. Geburtstag unumwunden zu, dass zu \u201eStolz\u201c bei der Gr\u00fcndung des Deutschen Reiches \u201edoch wirklich Grund\u201c gewesen sei. Bundeskanzler Ludwig Erhard lie\u00df es sich anl\u00e4sslich eines Festakts im Bundestag nicht nehmen, die Festrede auf den \u201egro\u00dfen Staatsmann\u201c zu halten. Von der in Teilen der Gesellschaft \u2013 bei bayerischen Regionalisten, konservativen Katholiken, gro\u00dfdeutschen Traditionalisten und kritischen Historikern \u2013 mittlerweile vorhandenen Distanz zu Reich und Reichsgr\u00fcnder waren Erhard wie auch Brandt weit entfernt. Erst der Machtwechsel von 1969 lie\u00df den gesellschaftlichen Konsens br\u00f6ckeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">VII.<\/h3>\n\n\n\n<p>Von der Staatsspitze unterst\u00fctzt, strebte die sozialliberale Koalition parallel zur Wende in der Deutschlandpolitik eine geschichtspolitische Neugr\u00fcndung der Republik an \u2013 die indes nicht allen gefiel. Als Bundespr\u00e4sident Gustav Heinemann 1971 am Vorabend des 100. Jahrestages der Kaiserproklamation in einer Fernsehansprache eine teleologische Linie von der Reichsgr\u00fcndung bis zur Katastrophe des Zweiten Weltkriegs zog, l\u00f6ste er einen geschichtspolitischen Skandal aus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHundert Jahre Deutsches Reich\u201c, so lautete sein eindringliches Credo, \u201e\u2013 dies hei\u00dft eben nicht einmal Versailles, sondern zweimal Versailles, 1871 und 1919, und dies hei\u00dft auch Auschwitz, Stalingrad und bedingungslose Kapitulation von 1945.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Einen markanten Kontrapunkt setzte der zweite Mann im Staat, Bundestagspr\u00e4sident Kai-Uwe von Hassel, indem er im Hohen Haus dazu aufrief, an das Recht auf Einheit in Freiheit zu erinnern, \u201edies freilich nicht in nationalstaatlichen Denkkategorien des 19. Jahrhunderts\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sozial-liberale Bundeskabinett sah wie seine christdemokratisch-liberalen Vorg\u00e4nger von einer Gedenkveranstaltung ab, stimmte aber nicht nur der Pr\u00e4gung einer Gedenkm\u00fcnze und einer Briefmarke zu, sondern lie\u00df auch durch Bundesminister Egon Franke am 18. Januar einen Kranz am Grabe des ersten Reichskanzlers in Friedrichsruh niederlegen. Bundeskanzler Brandt w\u00fcrdigte die Reichsgr\u00fcndung zur selben Stunde in Bonn als \u201eWerk Bismarcks, eines der gro\u00dfen Staatsm\u00e4nner unseres Volkes\u201c. Zwar k\u00f6nne die milit\u00e4rische L\u00f6sung der deutschen Frage \u201eheute kein Vorbild\u201c mehr sein, habe aber \u201eden damaligen Einsichten und M\u00f6glichkeiten\u201c entsprochen. F\u00fcr Teile der deutschen Presse war dies bereits zu viel des Lobes, auch wenn nicht alle Bl\u00e4tter gleich einen \u201eTag der Trauer\u201c ausriefen wie die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">VIII.<\/h3>\n\n\n\n<p>Seit dem Abschluss des Grundlagenvertrags mit der DDR 1972 sch\u00e4lte sich im gesellschaftlichen wie politischen Diskurs ein zunehmend sch\u00e4rferer Zwist \u00fcber das Erbe des Reiches wie auch \u00fcber die Zielsetzung der Wiedervereinigung heraus. W\u00e4hrend die einen sich am Leitbild der Staatsnation von 1871 orien\u00adtier\u00adten, hoben die anderen auf die Kulturnation ab, deren Wurzeln ins Jahr 1848 wiesen. Obwohl das Bundesverfassungsgericht 1973 abermals dazu aufforderte, die Wiederherstellung der deutschen Einheit auf dem Territorium des Reiches als politisches Ziel nicht aufzugeben, schrieb Heinemanns Nachfolger Walter Scheel den Deutschen 1978 ins Stammbuch, dass die Reichsidee nicht mehr Fixpunkt des Einheitsstrebens sein k\u00f6nne. Demgegen\u00fcber beteuerte Alt-Bundeskanzler Brandt in einer Rede zur 100. Wiederkehr der Verabschiedung des Sozialistengesetzes, der von Bismarck bestimmte Zeitabschnitt vermittle \u201enicht nur Niederdr\u00fcckendes\u201c, sondern auch \u201eInspirierendes\u201c, denn der \u201eFreiheitsfaden in der deutschen Geschichte \u2013 er konnte immer wieder aufgegriffen [\u2026] werden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Je l\u00e4nger die Deutschen die Existenz zweier deutscher Staaten \u2013 ganz im Sinne Brandts \u2013 anzuerkennen bereit waren, desto fraglicher schien es, ob das Bismarckreich noch als Referenzmodell ihres Nationsverst\u00e4ndnisses taugte. Anl\u00e4sslich des 110. Jahrestages der Reichsgr\u00fcndung 1981 rief der Publizist G\u00fcnter Gaus vehement dazu auf, m\u00f6glichst nicht mehr von einer deutschen Nation zu reden, und provozierte damit eine fast so lebhafte \u00f6ffentliche Diskussion wie Heinemann zehn Jahre zuvor. Die christdemokratisch-liberale Regierung unter Helmut Kohl hielt nach dem Machtwechsel von 1982 am Ziel der deutschen Einheit fest, meinte indes, \u00fcber den Nationalstaat Bismarckscher Pr\u00e4gung hinaus denken zu m\u00fcssen. Als die europ\u00e4ische Einigung mit der Einheitlichen Europ\u00e4ischen Akte 1986 neue Gestalt gewann, geriet Kohls Kurs von links wie von rechts unter massiven Beschuss. Konservative Publizisten und Staatsrechtler wie auch nationalgesinnte Christdemokraten warfen ihm vor, das Ziel des vereinten Europa dem Wiedervereinigungsgebot des Grundge\u00adset\u00adzes \u00fcberzuordnen. Der Sozialdemokratie nahestehende Intellektuelle wie Hans-Ulrich Wehler wetterten hingegen \u00fcber die Wiederentdeckung der \u201eLeiche des 1945 endg\u00fcltig gescheiterten Bismarckreiches\u201c. Noch radikaler \u00e4u\u00dferte sich der Gr\u00fcnen-Politiker Helmut Lippelt, der den Begriff einer deutschen Nation ganz aufgeben wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNationen sind keine Naturtatsachen. [\u2026] Sie sind auf komplizierte Weise historisch entstanden, und sie k\u00f6nnen historisch auch wieder verwirkt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">IX.<\/h3>\n\n\n\n<p>Kaum \u00fcberraschend, l\u00f6sten der Mauerfall in Berlin 1989 und die \u201enationaldemokratische Revolution\u201c (Hartmut Zwahr) bei manchem Akteur auf der politischen Linken massives Unbehagen aus, und das obwohl die politisch Verantwortlichen beider deutscher Staaten im Einigungsvertrag 1990 klar zum Ausdruck brachten, dass mit der Wiedervereinigung nicht das Bismarckreich zur\u00fcckkehre. Auch in den Zwei-plus-Vier-M\u00e4chte-Verhandlungen lie\u00dfen die sechs Part\u00adner die \u201ejuristische Mumie\u201c des Reiches \u201eachtlos am Wegesrand liegen\u201c (Christoph Sch\u00f6nberger).<\/p>\n\n\n\n<p>Sieht man einmal von der rechtsextremen Bewegung der \u201eReichsb\u00fcrger\u201c ab, h\u00e4lt die \u00fcberwiegende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung das vereinte Deutschland seit 1990 f\u00fcr den legitimen Nachfolger des 1871 geschaffenen, 1945 \u201evergangenen\u201c Reichs (Klaus Hilde\u00adbrand): keine \u201epostnationale Demokratie unter Nationalstaaten\u201c (Karl Dietrich Bracher), wohl aber ein \u201epostklassischer demokratischer Nationalstaat unter anderen\u201c (Heinrich August Winkler). Dank zahlreicher neuer Forschungen gilt das Kaiserreich nicht nur als die wohl einzig realistische Antwort auf die seinerzeit seit Generationen schwelende deutsche Frage, sondern auch als eine wichtige Etappe auf dem verschlungenen Weg Deutschlands zur Demokratie: \u00fcber Jahrzehnte eine Friedensmacht in der Mitte Europas und \u201eein Fortschrittsmodell als Rechts-, Verwaltungs- und Sozialstaat\u201c (J\u00f6rn Leonhard). Weitge\u00adhen\u00adde Einm\u00fctigkeit besteht ferner darin, dass die Gr\u00fcndung keineswegs bereits den Keim des Untergangs in sich trug.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer bewegen wir uns in vielf\u00e4ltiger Weise in jenem politischen Raum, der 1871 geschaffen worden ist: Man denke an die staatlichen Institutionen, das (1918 um das Frauenwahlrecht erweiterte) allgemeine, direkte und geheime Wahlrecht, den F\u00f6deralismus, den Rechts- und den Sozialstaat oder den Aufstieg der b\u00fcrgerlichen Kultur. Ob der 150. Jahrestag der Reichsgr\u00fcndung am 1. Januar 2021 \u201ezu Stolz doch wirklich Grund\u201c bietet, wie Willy Brandt 1965 bekannte, mag jeder f\u00fcr sich entscheiden. Das Jubil\u00e4um sollte aber intensiv dazu genutzt werden, das Bewusst\u00adsein der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber eine wesentliche Epoche deutscher Geschichte zu sch\u00e4rfen, eine Epoche, der wir den ihr zustehenden Platz im Demokratieged\u00e4chtnis der Bundesrepublik nicht versagen sollten.<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Literatur:<\/h4>\n\n\n\n<p>Bendikowski, Tillmann, 1870\/71. Der Mythos von der deutschen Einheit, M\u00fcnchen 2020<\/p>\n\n\n\n<p>Bremm, Klaus-J\u00fcrgen, 70\/71. Preu\u00dfens Triumph \u00fcber Frankreich und die Folgen, Darmstadt 2019<\/p>\n\n\n\n<p>Conze, Eckart, Schatten des Kaiserreichs. Die Reichsgr\u00fcndung von 1871 und ihr schwieriges Erbe, M\u00fcnchen 2020<\/p>\n\n\n\n<p>Epkenhans, Michael, Die Reichsgr\u00fcndung 1870\/71,<br>M\u00fcnchen 2020<\/p>\n\n\n\n<p>Winkler, Heinrich-August, Der lange Weg nach Westen, 2 Bde., M\u00fcnchen 2000<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfrum, Edgar, Geschichte als Waffe. Vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung, G\u00f6ttingen 2001<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ulrich Lappenk\u00fcper I. \u201eWir stehen heute fest auf dem Fundament der Freiheitsbewegung und der Demokratiegeschichte\u201c, beteuerte Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier am 3. Oktober 2020 in einer Rede zum 30. 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