{"id":3200,"date":"2020-12-18T17:40:07","date_gmt":"2020-12-18T16:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.demokratie-geschichte.de\/index.php\/?p=3200"},"modified":"2021-01-15T15:13:31","modified_gmt":"2021-01-15T14:13:31","slug":"die-tripolaritaet-der-reichshauptstadt-berliner-politik-im-spannungsfeld-von-reich-staat-und-kommune-1871-1918","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/dg-dev.agentur-doppelstern.de\/httpdocs\/index.php\/3200\/die-tripolaritaet-der-reichshauptstadt-berliner-politik-im-spannungsfeld-von-reich-staat-und-kommune-1871-1918\/","title":{"rendered":"Die Tripolarit\u00e4t der Reichshauptstadt: Berliner Politik im Spannungsfeld von Reich, Staat und Kommune 1871-1918"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Lennart Bohnenkamp<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Tripolarit\u00e4t der Reichshauptstadt<\/h3>\n\n\n\n<p>Es war schon ein seltsames Gebilde, das vor fast 150 Jahren im Spiegelsaal von Versailles das Licht der Welt erblickte. Das deutsche Kaiserreich war ein Kuriosum, ein Unikum in der Verfassungsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Das Reich war n\u00e4mlich kein Einheitsstaat wie die 1870 gegr\u00fcndete Dritte Franz\u00f6sische Republik oder das 1861 gegr\u00fcndete K\u00f6nigreich Italien, auch kein Bundesstaat wie das 1830 gegr\u00fcndete K\u00f6nigreich Belgien oder die 1865 neu gegr\u00fcndeten Vereinigten Staaten von Amerika. Die <em>Eigenartigkeit des Kaiserreichs <\/em>bestand in seinem \u201ehegemonialen F\u00f6deralismus\u201c (Thomas Nipperdey), in dem diffusen Miteinander, Nebeneinander und Gegeneinander von preu\u00dfischen Institutionen und Reichsinstitutionen in der doppelten Hauptstadt Berlin.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"173\" src=\"https:\/\/www.demokratie-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Einen-Dualismus-zwischen-Preussen-undresize.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3201\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In der geschichtswissenschaftlichen Forschung gehen die Meinungen, wie die historische Bedeutung dieses seltsamen Gebildes einzusch\u00e4tzen ist, weit auseinander: Die eine Seite sieht in der preu\u00dfischen Hegemonie den Kern eines Sonderweges, der Deutschland in die Katastrophen des 20. Jahrhunderts hineingef\u00fchrt habe: in den Ersten und Zweiten Weltkrieg, in das NS-Regime und seine Verbrechen, in den Kalten Krieg und die deutsch-deutsche Teilung. So etwa argumentiert aktuell Eckart Conze in seinem Werk: \u201eSchatten des Kaiserreichs. Die Reichsgr\u00fcndung von 1871 und ihr schwieriges Erbe\u201c (2020). Die andere Seite sieht in der preu\u00dfischen Hegemonie eher ein Relikt aus alten Zeiten, eine \u00fcberholte Tradition, die sich im Kaiserreich bis in die Vorkriegszeit hinein immer weiter abgeschw\u00e4cht habe. Im Mittel\u00adpunkt dieser sogenannten <em>Parlamentarisierungs- und Unitarisierungsthese <\/em>stehen daher nicht die preu\u00ad\u00dfi\u00adschen Institutionen, sondern die Reichsinstitutionen und vor allem der Reichstag mit seinem wachsenden Einfluss auf die Reichsregierung. Einer der wirkm\u00e4chtigsten Bef\u00fcrworter dieser These war in den letzten Jahren Christopher Clark in seinem Werk \u00fcber \u201ePreu\u00dfen. Aufstieg und Niedergang 1600-1947\u201c (2007).<\/p>\n\n\n\n<p>Beides ist nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Denn beide Ans\u00e4tze konstruieren einen <em>Dualismus zwischen Preu\u00dfen und Reich<\/em>, den es in der hochkomplexen Verfassungswirklichkeit des Kaiserreichs so nicht gegeben hat. Aus einer integrativen, kulturgeschichtlich inspirierten Perspektive heraus frage ich daher insbesondere nach den Wechselwirkungen und Verflechtungen zwischen preu\u00dfischer Politik und Reichs\u00adpo\u00adlitik in der doppelten Hauptstadt Berlin. Die Berliner Politiker bewegten sich, so meine Grundannah\u00adme, in einem Spannungsfeld, dessen drei Pole das Reich, der Staat Preu\u00dfen und nicht zuletzt auch die Stadtgemeinde Berlin bildeten. Jeder dieser Pole bildete in der politischen Topografie Berlins ein eigenes Machtzentrum heraus: das kommunale Machtzentrum mit dem Roten Rathaus im historischen Stadtkern von Alt-Berlin, das preu\u00dfische Machtzentrum mit seinem Parlaments- und Regierungsviertel im Westen der Friedrichstadt und schlie\u00dflich das Machtzentrum des Reichs, das zun\u00e4chst in das preu\u00dfische Viertel hineingebaut wurde, sp\u00e4ter aber mit dem Reichstagsneubau am Rande des Tiergartens einen eigenen Schwerpunkt herausbildete.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war gerade diese <em>Tripolarit\u00e4t der Reichshauptstadt<\/em>, so meine Hauptthese, die f\u00fcr den \u201ehegemonialen F\u00f6deralismus\u201c des Kaiserreichs charakteristisch war. Denn das Besondere am Regierungssystem des Kaiserreichs war, dass viele Politiker in Personalunion Doppel- oder sogar Dreifachfunktionen aus\u00fcbten, die sie auf allen drei Spielfeldern der Berliner Politik zu gefragten Mitspielern machten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das System der Personalunionen in der Verfassungswirklichkeit des Kaiserreichs<\/h3>\n\n\n\n<p>Von diesen Personalunionen war nur die <em>Personalunion des Monarchen<\/em> in der Reichsverfassung festgeschrieben. Aus der Personalunion des Monarchen, der als K\u00f6nig von Preu\u00dfen auch Kaiser des Reiches war, leiteten sich alle weiteren Personalunionen auf der Regierungs- und Parlamentsebene ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der <em>Regierungsebene<\/em> war der Reichskanzler immer zugleich auch Vorsitzender des Bundesrats, fast durchg\u00e4ngig preu\u00dfischer Au\u00dfenminister und meist auch zugleich preu\u00dfischer Ministerpr\u00e4sident. Die Staatssekret\u00e4re der Reichs\u00e4mter waren zugleich preu\u00dfische Bevollm\u00e4chtigte im Bundesrat und konnten zus\u00e4tzlich zu preu\u00dfischen Ministern ohne Ressort ernannt werden. Die preu\u00dfischen Ressort-Minister wiederum vertraten als preu\u00dfische Bundesratsbevollm\u00e4chtigte die Regierung im Reichstag. Der Berliner Oberb\u00fcrgermeister schlie\u00dflich hatte nach der preu\u00dfischen Verfassung einen st\u00e4ndigen Sitz im Her\u00adren\u00adhaus. Und die Stadtr\u00e4te im Berliner Magistrat \u00fcbten h\u00e4ufig nebenbei ein Mandat im Reichstag oder im Abgeordnetenhaus aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch auf der <em>Parlamentsebene<\/em> gab es zahlreiche Doppelmandate in allen erdenklichen Kombinationen: Das klassische Doppelmandat war die gleichzeitige Mitgliedschaft im Reichstag und im Abgeordnetenhaus, aber es gab auch Parlamentarier, die Mitglied im Reichstag und gleichzeitig im Herrenhaus waren. Im Reichstag sa\u00dfen so viele Mitglieder des preu\u00dfischen Landtags, dass Zeitgenossen wie August Bebel um die Jahrhundertwende den Eindruck haben konnten, sie h\u00e4tten nicht den deutschen Reichstag, sondern immer noch den \u201eNorddeutschen Reichstag\u201c vor sich. Und auch viele Berliner Stadtverordnete hatten zus\u00e4tzliche Mandate im Reichstag oder Abgeordnetenhaus, einige Parlamentarier hatten sogar Dreifachmandate und vertraten ihre Partei in allen drei Berliner Parlamenten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wechselwirkungen im Spannungsfeld von Reich, Staat und Kommune<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus diesen personellen Verflechtungen entwickelten sich starke <em>Wechselwirkungen zwischen Reich, Staat und Kommune<\/em>, die das politische System in den ersten Jahren nach der Reichsgr\u00fcndung zun\u00e4chst stabilisierten. Im besten Fall konnten diejenigen Akteure, die sich in der Tripolarit\u00e4t der Reichshauptstadt zurechtfanden, ihren Einfluss in Gesetzgebungsprozessen auf allen drei Ebenen geltend machen und dabei Interessengegens\u00e4tze zwischen Reich, Staat und Kommune moderieren und ausgleichen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"244\" src=\"https:\/\/www.demokratie-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Nicht-die-vermeintliche-Blockade-einerresize.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3202\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Doch das <em>Momentum von 1871<\/em> brachte dem Kaiserreich kein Gl\u00fcck. Was der Kaiser und seine Minister und die Parlamentarier in den Spiegeln von Versailles nicht sehen konnten, war die in den 1880er Jahren beginnende \u201eHochmoderne\u201c (Ulrich Herbert) mit all ih\u00adren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und auch politischen Umw\u00e4lzungen, f\u00fcr die das Reich im Jahr 1871 weder gedacht noch gemacht worden war. Unter diesen neuartigen Bedingungen des politischen Handelns erwies sich der \u201ehegemoniale F\u00f6deralismus\u201c schon bald als Fehlkonstruktion. Die Wechselwirkungen zwischen Reich, Staat und Kommune erzeugten seit den 1880er Jahren drei hochkomplexe Problemfelder, die sich im Laufe der Jahrzehnte wechselseitig verst\u00e4rkten und schlie\u00dflich in der Vorkriegszeit zu einem geradezu unl\u00f6sbaren Problemkomplex verdichteten. Diese drei Problemfelder sind von der Forschung zwar bereits punktuell untersucht worden, jedoch meist nur f\u00fcr die Reichspolitik und nicht im Spannungsfeld von Reich, Staat und Kommune in der doppelten Hauptstadt Berlin:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Problemfeld:<\/strong> Die Entstehung des Interventions- und Sozialstaats und die damit einhergehende <em>Professionalisierung des Politikbetriebs<\/em> lie\u00df die Arbeitsbelastung der Berliner Politiker seit den 1880er Jahren drastisch ansteigen. Die Gesetzgebung wurde umfassender und komplexer, die Berliner Parlamente mussten nun h\u00e4ufiger und l\u00e4nger tagen. F\u00fcr Doppelmandatare war das ein Problem: \u00dcberschneidungen von Sitzungsterminen lie\u00dfen sich nicht mehr vermeiden, ohne \u201eSchw\u00e4nzen\u201c war da nichts zu machen, die Parlamente waren aufgrund der vielen abwesenden Parlamentarier h\u00e4ufiger beschlussunf\u00e4hig. Der Regierung ging das nicht anders: Kein Regierungschef \u2013 auch der chronisch \u00fcberarbeitete Bismarck nicht \u2013 war auf Dauer dazu in der Lage, die Gesch\u00e4fte eines Reichskanzlers, preu\u00dfischen Au\u00dfenministers und preu\u00dfischen Ministerpr\u00e4sidenten mit voller Verantwortung zu f\u00fchren. Eine funktionale Differenzierung der Doppel- und Dreifachfunktionen innerhalb der Regierung und innerhalb der Parlamente war die unvermeidbare Folge. Mit der Einf\u00fchrung von Reichs\u00adtags\u00addi\u00e4ten im Jahr 1906 kam es schlie\u00dflich in allen Parteien zu einem drastischen R\u00fcckgang der Doppelmandate und somit zu einer weiteren Entflechtung der\u00adje\u00adni\u00adgen Instanzen, deren Aufgabe urspr\u00fcnglich die Synchronisierung der Berliner Politik gewesen war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Problemfeld:<\/strong> Die unterschiedlichen Wahlrechtssysteme f\u00fchrten seit den 1890er Jahren zu einem immer sch\u00e4rferen <em>Auseinanderdriften der parteipolitischen Mehrheitsverh\u00e4ltnisse<\/em> in den drei Berliner Parlamenten. In den 1870er Jahren waren alle drei Parlamente noch von den Liberalen dominiert worden. Das \u00e4nderte sich jedoch schon bald. Denn die unterschiedlichen Wahlrechtssysteme in Reich, Staat und Kommune reflektierten die gesellschaftlichen Umw\u00e4lzungen auch unterschiedlich stark. Im Reichstag, der nach dem gleichen Wahlrecht gew\u00e4hlt wurde, stellte die katholische Zentrumspartei seit den 1890er Jahren immer die st\u00e4rkste Fraktion. Nur bei der Wahl von 1912 konnten die Sozialdemokraten knapp am Zentrum vorbeiziehen. Im preu\u00dfischen Abgeordnetenhaus, das nach dem Dreiklassenwahlrecht gew\u00e4hlt wurde, drifteten die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse dagegen deutlich nach rechts: Hier stellten die Konservativen seit den 1880er Jahren immer die st\u00e4rkste Fraktion. In der Berliner Stadtverordnetenversammlung, die eben\u00adfalls nach dem Dreiklassenwahlrecht gew\u00e4hlt wurde, drifteten die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse dagegen deutlich nach links: Die Liberalen blieben zwar vom Anfang bis zum Ende des Kaiserreichs die st\u00e4rkste Fraktion, aber ihr Vorsprung auf die Sozialdemokraten schmolz dahin. Die unterschiedlichen Mehrheitsverh\u00e4ltnisse in den Berliner Parlamenten erschwerten den Regierungen, die an der Spitze noch immer in Personalunion gef\u00fchrt wurden, die Konzeption einheitlicher Regierungsrichtlinien, die Bildung stabiler Parteikoalitionen und das Aushandeln parlaments\u00fcbergreifender Kompromisse. Und f\u00fcr eine Reform der unterschiedlichen Wahlrechtssysteme, welche die auseinanderdriftenden Parlamentsmehrheiten einander wieder an\u00adgen\u00e4hert h\u00e4tte, gab es weder im Reichstag noch im Landtag eine Mehrheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Problemfeld<\/strong>: Die <em>dreifache \u201eParlamentarisierung\u201c <\/em>im Reich, in Preu\u00dfen und in der Stadtgemeinde Berlin engte die Handlungsspielr\u00e4ume der Regierungen zu\u00ads\u00e4tz\u00adlich ein: In der Berliner Kommunalpolitik war das parlamentarische Regierungssystem am weitesten vorangeschritten. Der Oberb\u00fcrgermeister wurde nicht wie der Reichskanzler oder der preu\u00dfische Ministerpr\u00e4sident vom Monarchen ernannt, sondern vom Kommunalparlament gew\u00e4hlt und dann nur noch vom Monarchen best\u00e4tigt \u2013 eine Formsache. Im preu\u00dfischen Abgeordnetenhaus ging der Einfluss der Konservativen zwar nicht so weit, dass sie die Staatsregierung selbst bilden oder st\u00fcrzen konnten. Aber der Staatssekret\u00e4r und Staatsminister Clemens von Delbr\u00fcck, der in seinem Regierungsamt sowohl mit dem Reichstag als auch mit dem Landtag zusammenarbeitete, erinnerte sich in seinen Memoiren an die starke Stellung der Konservativen im preu\u00dfischen Landtag: <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDie Macht des Parlaments war daher in Preu\u00dfen au\u00dferordentlich gro\u00df. Man konnte dort wohl der Sache nach von einem parlamentarischen Regime sprechen, da die Regierung in starker Abh\u00e4ngigkeit von der im Landtag dominierenden konservativen Partei die Gesch\u00e4fte nach deren W\u00fcnschen f\u00fchrte.\u201c <\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Parlamentarisierungstendenzen im Reichstag wiederum sind im Gegensatz zu den gleichartigen Tendenzen in Preu\u00dfen von der Forschung bereits gut dokumentiert. &nbsp;Gleichzeitig waren jedoch gerade im Reich und in Preu\u00dfen die Personalunionen auf Regierungsebene ein Hindernis f\u00fcr den Durchbruch zur parlamentarischen Monarchie. Wie sollte ein Reichskanzler und Ministerpr\u00e4sident parlamentarisch regieren, wenn er sich zwar auf eine Mehrheit in einem der beiden Berliner Parlamente st\u00fctzen konnte, aber nicht gleichzeitig das Vertrauen der Mehrheit in dem jeweils anderen Berliner Parlament besa\u00df? <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Situation trat im Juni 1913 ein: Die gro\u00dfe Mehrheit des Reichstags hatte den Reichskanzler dazu gedr\u00e4ngt, zur Finanzierung der neuen Wehrvorlage auch eine direkte Reichssteuer einzuf\u00fchren. Nur die Konservativen hatten sich im Reichstag dagegen ausgesprochen. Die Forschung, die sich in dieser Frage meist nur auf die Reichspolitik konzentriert und dabei die R\u00fcckwirkungen auf Preu\u00dfen \u00fcbersieht, greift zu kurz, wenn sie hier lediglich von einer Isolierung der preu\u00dfischen Konservativen im Reichstag spricht. Als Bethmann Hollweg n\u00e4mlich am 30. Juni 1913 in seiner Rolle als Reichskanzler dem Kompromiss mit dem Reichstag notgedrungen zustimmte, l\u00f6ste diese Entscheidung eine schwere Regierungskrise aus. Denn nur einen Tag sp\u00e4ter k\u00fcndigte der Fraktionsvorsitzende der Konservativen im Abgeordnetenhaus an, dass er Bethmann in dessen Rolle als Ministerpr\u00e4sident im Abgeordnetenhaus f\u00fcr diesen Kompromiss zur Rechenschaft ziehen werde. Der Preis f\u00fcr Bethmanns Erfolg als Reichskanzler war also sein Misserfolg als Ministerpr\u00e4sident. Resigniert stellte er im Juli 1913 fest, \u201eda\u00df gegen die Konservativen in Preu\u00dfen Deutschland nicht regiert werden k\u00f6nne\u201c. Umgekehrt galt Bethmanns Erkenntnis freilich auch: Das Reich konnte nicht nur gegen die Konservativen, sondern auch mit den Konservativen nicht mehr regiert werden. Im Winter 1913\/14 eskalierte diese ohnehin schon zerfahrene Situation in der sogenannten Zabern-Aff\u00e4re. Als der Reichskanzler und Ministerpr\u00e4sident Bethmann wegen seines Verhaltens w\u00e4hrend der Zabern-Aff\u00e4re im Reichstag und Land\u00adtag ein doppeltes Misstrauensvotum erhielt \u2013 und das aus jeweils entgegengesetzten Motivlagen \u2013 stand das Kaiserreich am Rande der Unregierbarkeit: Dem nach links driftenden Reichstag war der Minis\u00adter\u00adpr\u00e4sident Bethmann zu rechts. Und dem nach rechts driftenden Landtag war der Reichskanzler Bethmann zu links. Der Reichskanzler und Ministerpr\u00e4sident wurde von den immer selbstbewusster auftretenden Berliner Parlamenten und ihren auseinanderdriftenden Mehrheiten geradezu in der Luft zerrissen.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Eine durchschlagende Parlamentarisierung w\u00e4re daher nur bei einer konsequenten \u00c4mtertrennung auf Regierungsebene m\u00f6glich gewesen. Diese Option stand jedoch aufgrund der alles \u00fcberragenden Per\u00adso\u00adnal\u00adunion des Monarchen nicht zur Verf\u00fcgung: Das monarchische Prinzip erlaubte es nicht, dass ein liberaler oder gar katholischer Reichskanzler, der das Vertrauen seines pers\u00f6nlich regierenden Kaisers besa\u00df, gegen einen konservativen Ministerpr\u00e4sidenten regierte, der das Vertrauen seines pers\u00f6nlich regie\u00adren\u00adden K\u00f6nigs von Preu\u00dfens besa\u00df. Die unteilbare Person des Monarchen konnte sich nicht selbst bek\u00e4mpfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Dysfunktionalit\u00e4t des<br>Regierungssystems vor 1914<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus der wechselseitigen Verst\u00e4rkung aller drei Problemfelder resultiert meine <strong>Hauptthese<\/strong>: Die Professionalisierung des Politikbetriebs, das Auseinanderdriften der Mehrheitsverh\u00e4ltnisse und die dreifache \u201eParlamentarisierung\u201c f\u00fchrten zu einer zunehmenden Desintegration bis hin zur <em>Dysfunktionalit\u00e4t des preu\u00dfisch-deutschen Regierungssystems vor 1914: <\/em>Auf allen politischen Ebenen waren in der Vorkriegszeit Entflechtungs- und Aufl\u00f6sungserscheinungen zu beobachten: Der Reichskanzler und die Staatssekret\u00e4re der Reichs\u00e4mter zogen sich immer weiter aus der Mitarbeit im preu\u00dfischen Staatsministerium und im preu\u00dfischen Landtag zur\u00fcck; die preu\u00dfischen Minister wiederum zogen sich immer weiter aus der Mitarbeit im Reichstag und im Bundesrat zur\u00fcck. Die Par\u00adla\u00admentarier wiederum spe\u00ad\u00adzialisierten sich zuneh\u00admend entweder auf den Reichstag oder auf den Landtag oder auf die Stadtverordnetenversammlung. Die Regierungsmaschine stand in der Vorkriegszeit nahezu still: Die Wehrvorlage war nach 1911 die letzte gro\u00dfe Reform vor dem Kriegsausbruch. Es war wiederum Clemens von Delbr\u00fcck, der die vielf\u00e4ltigen Funktionsst\u00f6rungen des \u201ehegemonialen F\u00f6deralismus\u201c schon im Jahr 1912 in einer Denkschrift auf den Punkt brachte: <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEs ist nat\u00fcrlich, da\u00df unter diesen Umst\u00e4nden in den Beziehungen der Reichsressorts und der Preu\u00dfens das Gegens\u00e4tzliche anf\u00e4ngt, st\u00e4rker zu wirken als die politische \u00dcberzeugung von der Notwendigkeit eines organischen Zusammenhanges zwischen der Leitung des Reichs und des f\u00fchrenden Bundesstaats.\u201c <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine L\u00f6sung f\u00fcr diesen Problemkomplex wusste Delbr\u00fcck in seiner Denkschrift allerdings auch nicht. Der Kriegsausbruch im August 1914 bereitete solchen \u00dcberlegungen ein j\u00e4hes Ende.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Versuch einer Synthese<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus diesem Befund l\u00e4sst sich entgegen der bisherigen Forschungskontroverse weder ein preu\u00dfisch-deutscher Sonderweg noch eine Parlamentarisierung oder Unitarisierung des Kaiserreichs ableiten. Meine Neuinterpretation besteht vielmehr darin, der Eigenartigkeit des Kaiserreichs mit einer <em>Synthese<\/em> aus beiden Ans\u00e4tzen zu begegnen: Nicht die vermeintliche Blockade einer politischen Modernisierung war das Dilemma des deutschen Kaiserreichs, sondern die Unf\u00e4higkeit seines Regierungssystems, die durchaus vorhandenen Modernisierungstendenzen im Rahmen seiner hyperkomplexen Verfassungswirklichkeit so zu kanalisieren, dass sie sich nicht destruktiv, sondern produktiv auswirkten.<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Literatur:<\/h4>\n\n\n\n<p>Goldschmidt, Hans, Das Reich und Preu\u00dfen im Kampf um die F\u00fchrung. Von Bismarck bis 1918. Berlin 1931<\/p>\n\n\n\n<p>Haardt, Oliver F. R., Innenansichten des Bundesrates im Deutschen Kaiserreich 1871\u20131918. In: Historische Zeitschrift 310 (2020), 333\u2013386<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4hnel, Paul Lukas, Mehrebenen-Parlamentarismus im Deutschen Kaiserreich. Eine quantitative und qualitative Bestandsaufnahme parlamentarischer Doppelmandate. In: Archiv f\u00fcr Sozialgeschichte 58 (2018), 125\u2013144&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>von Westarp, Kuno, Konservative Politik im letzten Jahrzehnt des Kaiserreiches. Band 1: Von 1908 bis 1914. Berlin 1935<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lennart Bohnenkamp Die Tripolarit\u00e4t der Reichshauptstadt Es war schon ein seltsames Gebilde, das vor fast 150 Jahren im Spiegelsaal von Versailles das Licht der Welt erblickte. Das deutsche Kaiserreich war ein Kuriosum, ein Unikum in der Verfassungsgeschichte des 19. Jahrhunderts. 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