Der MDR als Ort der Demokratiegeschichte

Seit dem 19. März trägt der MDR Standort Leipzig stellvertretend für alle weiteren Standorte die Plakette „Ort der Demokratiegeschichte“. Die Plakette würdigt die Rolle des MDR in der demokratischen Transformation nach 1989 und unterstreicht, wie wichtig Medienfreiheit für eine wehrhafte Demokratie ist. Als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks steht der MDR seit 1992 für unabhängige, plurale […]

#RememberRathenau

Instagram-Kampagne der Walther-Rathenau-Gesellschaft zum Gedenken an den Mord vor 100 Jahren

Einigkeit und Recht – doch Freiheit?

150 Jahre Kaiserreich – Ein Tagungsbericht Inhalt Wie demokratisch war der Obrigkeitsstaat? Zur Einleitung(Markus Lang) 1.       Verfassung und politisches System Verfassung und Staatsrechtslehre. Konstruktion und Kritik(Michael Dreyer)  „Wer Deutschland regieren will, muß es sich erobern“  Das Kaiserreich als monarchisches Projekt Wilhelms I.(Jan Markert)  Der Bundesrat in Verfassung und Wirklichkeit(Oliver F. R. Haardt)  Rethinking Federalism. Die […]

Vom Umgang mit der Reichsgründung in der
deutschen Geschichte nach 1871

Ulrich Lappenküper I. „Wir stehen heute fest auf dem Fundament der Freiheitsbewegung und der Demokratiegeschichte“, beteuerte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 3. Oktober 2020 in einer Rede zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit – und fügte dann erläuternd hinzu: „Wir berufen uns auf die Ideen des Hambacher Festes, der Paulskirche, der Weimarer Demokratie, des Grundgesetzes und […]

„KRIEG MACHT NATION“ – Eine Ausstellung des Militärhistorischen Museums zur Gründung des deutschen Kaiserreichs

Katja Protte Das Konzept von Nation und Nationalstaat steht heute mehr denn je im Spannungsfeld zwischen Globalisierung und Sehnsucht nach Heimat und regionaler Identität. Das Militärhistorische Museum hat daher die 150-jährige Wiederkehr des Deutsch-Französischen Krieges und der Gründung des deutschen Kaiserreichs zum Anlass genommen, ein Thema aufzugreifen, dem sich lange Zeit kein großes Ausstellungsprojekt mehr […]

Bundeswehr und Kaiserheer – Monarchistische Traditionen für demokratische Streitkräfte?

Florian J. Schreiner „Deutschlands Geschichte ist Soldatengeschich­te“, stellte Chefredakteur Frank Werner im Sonderheft der ZEIT „Die Deutschen und ihre Soldaten“ wie selbstverständlich fest. Auf dem Titelblatt prangt das Eiserne Kreuz, die vom preußischen Monarchen jeweils 1813, 1870 und 1914 gestiftete militärische Tapferkeitsauszeichnung im Kampf für „Kaiser, Gott und Vaterland“. Heute ist es das zentrale Identifikationsmerkmal […]

Die Hohenzollern und die Demokratie nach 1918

Martin Sabrow Das Thema klingt klar umrissen und ist es doch keineswegs: Denn „die“ Hohenzollern stellten nach 1918 zu keiner Zeit die geschlossene Dynastie dar, wie sie allenfalls noch ihrem Oberhaupt Wilhelm II. im Doorner Exil vorschweb­te, noch agierten sie im Rahmen einer einheitlichen politischen Kultur und Öffentlichkeit. Das Spektrum der entmachteten Familie reichte schon […]

Die Reichsgründung zwischen Juden-Emanzipation und Antisemitismus

Sabine Mangold-Will „Von ungeheurem Patriotismus geschwellt“, so schrieb der liberale pfälzische Rabbiner Caesar Selig­mann, „war in jenen Tagen (der Reichsgründung, SMW), wie bis zum Weltkrieg 1914, mein leicht ent­zündliches Herz.“ Und der spätere preußische Justizrat Dr. Martin Lö­vin­son assistierte ihm im Rück­blick mit den folgenden Worten zum Jahr 1871: „Der siegreiche Krieg fand seinen Abschluß […]

Reichsgründung – Ein Erinnerungsort im deutschen Judentum?

Tobias Hirschmüller Allein die Fragestellung dieses Beitrags, ob die Reichsgründung ein Erinnerungsort im deutschen Judentum ist, könnte schon Einwände hervorrufen. Gab oder gibt es denn genau ein „deutsches Judentum“, dem sich einheitliche Einstellungen zuschreiben lassen, oder nicht eher viele jüdische Deutsche mit ganz unterschiedlichen Weltsichten? Es muss klar sein, dass es nur darum gehen kann, […]

Demokratische Intellektuelle im Kaiserreich

Marcus Llanque Gab es „demokratische“ Intellektuelle im Kaiserreich? Bereits das Verhältnis der meisten Intellektuellen der Kaiserreichs-Zeit zur Politik im Allgemeinen war spannungsreich, und das prägte auch ihre Einstellung zur Idee und Praxis der Demokratie. Ohne Zweifel gab es demokratische Züge in der politischen Ordnung des Kaiserreichs. Je weiter man sich von der Reichsebene entfernt, stößt […]

Radikaler Konservatismus im Deutschen Kaiserreich

Ulrich Sieg Die konservativen Parteien entstanden in Deutschland als Resultat der traumatisch erfahrenen Revolution von 1848. Die gravierenden Wahlniederlagen vom Mai 1848 verhinderten die Bildung eigenständiger Fraktionen; später stand das vor allem in Brandenburg und Preußen existierende konservative Vereinswesen im Zeichen der politischen Reaktion. Lutherische Obrigkeitsideale und Vorstellungen vom Gottesgnadentum besaßen im konservativen Lager eine […]

„Stadtmütter werden!“ Kommunalpolitisches Engagement als Methode der bürgerlichen Frauenbewegung auf dem Weg zur politischen Gleichberechtigung

Kerstin Wolff Dass Politik und Staatsleben im 19. Jahrhundert eine rein männliche Angelegenheit waren, betonen nicht nur heutige Historiker und Historikerinnen. Auch Zeitgenossen fanden klare Worte, um die Beziehung von Frauen zum Staat bzw. zur Politik zu beschreiben. So stellte der Jurist und Staatstheoretiker Johann Caspar Bluntschli 1870 in einem Deutschen Staatswörterbuch den Staat „unzweifelhaft“ […]

Sozialdemokratische Kommunalpolitik am Beispiel Magdeburg

Ralf Regener Kommunalpolitik war für die Sozialdemokratie im Deutschen Kaiserreich allgemein ein schwieriges Feld. Das hatte sowohl mit der Partei selbst als auch den staatlichen Rahmenbedingungen zu tun. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgebildeten theoretischen Grundsätze der Partei rückten den gesamten Staat in den Vordergrund. Der Klassenkampf sollte die bestehende Ordnung als […]

Die Tripolarität der Reichshauptstadt: Berliner Politik im Spannungsfeld von Reich, Staat und Kommune 1871-1918

Lennart Bohnenkamp Die Tripolarität der Reichshauptstadt Es war schon ein seltsames Gebilde, das vor fast 150 Jahren im Spiegelsaal von Versailles das Licht der Welt erblickte. Das deutsche Kaiserreich war ein Kuriosum, ein Unikum in der Verfassungsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Das Reich war nämlich kein Einheitsstaat wie die 1870 gegründete Dritte Französische Republik oder das […]

Politischer Katholizismus und Demokratisierung im Kaiserreich

Stefan Gerber Der politische Katholizismus in Deutschland entfaltete sich seit den 1830er Jahren aus der Defensive: Mit der Säkularisation und der Auflösung des Alten Reiches waren die Grundlagen der Reichskirche zerstört worden. An die Stelle des bisherigen Systems war in den Staaten des Rheinbundes und des Deutschen Bundes eine von Aufklärung und bürokratischem Etatismus geprägte […]

Das Sozialistengesetz – Demokratiegeschichtlicher „Sündenfall“ des deutschen Kaiserreichs?

Jürgen Schmidt Es lässt sich zweifellos der großen Mehrheit der Abgeordneten des deutschen Reichstags zugutehal­ten, dass sie dem ersten Unterdrückungsversuch der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung im Jahr 1878 durch Otto von Bismarck eine klare Absage erteilten. Nach einem gescheiterten Attentat gegen Kaiser Wilhelm I. durch den Klempnergesellen Max Hödel brachte der Reichskanzler am 20. Mai 1878 einen […]

Ausgrenzung und Opposition: Sozialdemokratische Arbeiterbewegung und Reichsgründung

Walter Mühlhausen Als am 18. Januar 1871 im Schloss zu Versailles Fürsten, Generäle, Soldaten, Diplomaten und Höflinge das Publikum der feierlichen Proklamierung von Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser bildeten, saßen die beiden Führer der sozia­lis­tischen deutschen Arbeiterbewegung, Wilhelm Liebknecht und August Bebel, unter dem Vorwurf der Vorbereitung zum Hochverrat in Untersuchungshaft. Die Parallelität der Haft […]